Eine Woche auf hoher See

Unseren ursprünglich geplanten Törnbeginn haben wir wegen einer Warnung vor sich überlagernden Wellen um 24 Stunden verschoben. So konnten wir noch an einer Silbo- Demonstration in einem Hotel teilnehmen. Mit dieser Pfeifsprache kann man sich über Täler hin verständigen. Durch verschiedene Fingerstellungen werden unterschiedliche Pfeiftöne erzeugt, die ein begrenztes Vokabular ergeben. Die Pfiffe sind bis zu 4 km weit zu hören.
Um zehn Uhr Vormittags legten wir dann ab. Nachdem wir den Windschatten von La Gomera verlassen hatten, erfasste die Barbaco zunächst ein guter Reisewind: NO 4. Die günstigen (Passat-) Bedingungen nutzten wir um verschiedene Besegelungen der Barbaco auszuprobieren. Als optimal erwies sich die Rollgenua auszubaumen und die Schot der Arbeitsfock über den mittels Bullenstander fixierten Großbaum zu führen.

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Der Wind legte aber bald kräftig zu – 5 -6 Bft, in Böen sicherlich viel mehr! So baute sich bald eine hohe See auf!

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Für uns kein Problem – wir brauchten nur die Rollgenua einrollen und konnten so sehr sicher weiter segeln. Die Windfahnensteuerung funktionierte perfekt. Drei Tage lang gab es für uns nichts zu tun! Erika blieb einfach im Bett.
Außer der AIDA CARA und einem Frachter haben wir auf der ganzen Reise keine anderen Schiffe gesehen.

Der Nikolaus hat auch uns beschert!

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Ob die brechenden Wellen uns die „Fliegenden Fische“ auf das Deck gespült haben oder ob sie darauf geflogen sind?

In der letzten Nacht vor dem Ziel, schon im Passat, wurden wir von Squalls überrascht. Dies sind Passatstörungen mit heftigem Regen, Windstößen und, wie bei uns, manchmal mit Gewitter. Sicherheitshalber haben wir die Antenne des KW- Transceivers abgeklemmt und unsere Computer und Smartphones im Backofen gesichert.

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Tagsüber kann man die Squalls rechtzeitig am Horizont erkennen und nachts mittels Radar. Die halbe Nacht lang haben wir uns zwischen den Gewittern hindurch laviert.

Um uns täglich über die aktuelle Seewetterlage zu informieren nahm Klaus zweimal täglich an den Amateurfunk Intermar – Konferenzen teil.
Probleme gab es natürlich auch: Das Unterlieg der Rollgenua muss nachgenäht werden und ein Brenner des Petroleumherdes streikt mal wieder.

Nach einer Woche und zwei Stunden war es geschafft! Nach 790 sm wurden wir in Mindelo schon von anderen Seglern erwartet. Hier haben wir vier, uns von den Kanaren bekannte, Segelschiffe wieder getroffen.
Jetzt gleich gibt es gegrillten Tunfisch und ein Willkommensbier beim Trans-Ocean Stammtisch.

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3 Antworten zu Eine Woche auf hoher See

  1. Greta Elster schreibt:

    Herzliche Gratulation aus Australien!!!!!Ich bin quasi in Gedanken mitgesegelt.Anders kann ich Schisser mir das auch nicht vorstellen.Wir haben hier seit eineinhalb Wochen auch immerwieder heftige Gewitter, die reichen schon, aber auf hoher See stelle ich mir das furchtbar vor!!!!
    Naja, jetzt seid ihr ja erstmal im sicheren Hafen.
    Laßr es eu h weiterhin recht gutgehen, es grüßt euch herzlich die Greta aus Sydney

  2. Barbara the desk-sailor schreibt:

    Congratulations and celebrations, Ihr beiden Blauwassersegler!
    Auf einer globalen Windströmungsseite – kann auch mal ganz reizvoll sein – habe ich schon ziemlich markante Luftbewegungen erkennen können und Euch die Daumen gedrückt.
    Umso schöner war die Nachricht von Eurer Ankunft im sicheren Hafen.
    Jetzt also erst einmal viel Spaß und Entspannung auf den Kapverden.
    Dort ist Weihnachtsstress sicherlich völlig unbekannt.
    Aber vielleicht ein Tässchen Glühwein, in allen Ehren…?
    Dazu einen duftenden Bratwurstsemmel-Gruß aus der alten Heimat
    von B&B

  3. norbert200 schreibt:

    Gut dass ihr angekommen seit. Habe mit sorge die Wetterkarten studiert, aber es hat ja geklappt. Damit könnt ihr euch mit Fug und Recht zu den Blauwasserseglern zählen. Was macht der Wassermacher?

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