Ankern ist gar nicht so einfach

Nach zwei Tagen auf See sind wir morgens um 7 Uhr unter der imposanten Newton-Navarro Brücke hindurch an unserem Ankerplatz beim Iate Clube do Natal angekommen. Wie immer waren wir müde, doch froh, gut angekommen zu sein. Das Ankern scheint hier allerdings nicht soo einfach zu sein!
Die Strömung im Potengi ist recht kräftig, bis zu 3 Knoten am Ankerplatz und die Wassertiefe beträgt 15 m, sodass man eine minimale Kettenlänge von 45 m haben muss. Auch ist der Ankerplatz leider für Gäste sehr beengt und der Ankergrund nicht optimal. Am Steg wurden wir sofort vertrieben, man wies uns die einzige noch freie Boje zu. Unsere Freude währte auch nur kurz: gerade als wir mit dem Schlauchboot aufbrechen wollten, kollidierten zwei Nachbarboote an ihren Bojen miteinander und trieben auf die Barbaco zu. Wir konnten uns gerade noch rechtzeitig von unserer Boje lösen und die Barbaco in Sicherheit bringen.

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Danach gab es mehrere erfolglose Ankerversuche. Endlich hatten wir einen passablen Ankerplatz gefunden und freuten uns auf eine ruhige Nacht, da kamen am Abend zwei weitere Segelschiffe und ankerten in unserer unmittelbaren Nähe, für unseren Geschmack viel zu nah.
Heftiger Regen mit Sturmböen führte in der Nacht zu Ankerslippen und Beinahe-Kollisionen. An Schlaf war leider nicht zu denken. Mit dem Signalhorn haben wir die Nachbarn im Sturm wecken müssen- einer ist uns bis auf 20cm nah gekommen.

Die vielen „Anker – auf – Manöver“ hat unsere elektrische Ankerwinde leider nicht überstanden. Der Motor ist irreparabel defekt. Das heißt, bis wir eine Lösung gefunden haben, müssen wir den Anker von Hand lichten, bei bis zu 60 m Kette eine zwar muskelstärkende, aber schweißtreibende Angelegenheit und keinesfalls ein Vergnügen.

Natal hat aber auch Positives. Wir sind zu Gast in einem schönen Yachtclub mit sehr guter Küche, freundlichen Menschen und das Gelände wir rund um die Uhr bewacht. Es gibt herrliche, Kilometer lange Strände, die jetzt in der Nachsaison nicht überlaufen sind.

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In dem weitläufigen Dünengelände kann man mit Buggies herum fahren und mit Sandschlitten und Sandboards die Dünen herunterrutschen.

Den weltgrößten Cashewbaum haben wir uns natürlich auch angesehen. Wegen einer Anomalie wachsen seine Äste nicht nach oben sondern horizontal. So bedeckt er im Alter von 110 Jahren eine Fläche größer als ein Fußballfeld. Unglaublich, dass es nur ein einziger Baum ist! Man kann die Dimension der Baumkrone von einer Aussichtsplatform bestaunen. In der Erntezeit, November bis Januar, können 2,5 t Cashewfrüchte geerntet werden.

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Morgen früh werden wir unseren Anker lichten – leider von Hand – und zu unserem Dreitagetörn nach Fortalezza starten.

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2 Antworten zu Ankern ist gar nicht so einfach

  1. norbert200 schreibt:

    Gute Fahrt Reise. E-Motor bestellen? Dann brauche ich Daten.

  2. Barbara the desk-sailor schreibt:

    Hi, Ihr zwei,
    ich habe mittlerweile den leisen Verdacht, dass so eine Yacht in Wirklichkeit ein getarntes Fitness-Studio ist.
    Nach der Beinübung im „ Cabanga Jate Clube“ sind jetzt also mal die Arme dran.
    Und für die geistige Fitness dazu noch Schlafentzug und Signalhorn-Einsätze in letzter Sekunde – zum Glück sind ja Nüsse gut für die Nerven.
    Vielleicht ist noch etwas übrig von den letzten 2,5 Tonnen als Proviant nach Fortalezza …
    Wir freuen uns schon, wenn Ihr in den Anker wieder runtergekurbelt habt, und wir Eure wachsenden Bizepse bewundern können.
    So have a safe journey!
    B&B

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