Checkout von Brasilien in Fortaleza

Nach einem dreitägigen Segeltörn, auf dem wir im Hellen unterwegs nur ein einziges anderes Schiff gesehen haben – ein traditionelles Segelboot – sind wir in Fortaleza angekommen. Tagsüber war es total entspannt, nachts mussten wir jedoch wegen der Fischerboote Wache gehen, weil wir, trotzdem wir als Segler normalerweise gegenüber Motorbooten Vorfahrt haben, den Fischerbooten ausweichen müssen.
Wegen gutem Wind waren wir schneller als gedacht, hätten allerdings den Hafen in der Dunkelheit erreicht. Andere Segler haben uns jedoch vor hunderten unbeleuchteter Fischerboote in Küstennähe gewarnt. Deshalb haben wir eine weitere Nacht beigedreht auf See verbracht.
Und das war gut so! Fischer haben wir zwar nur einige gesehen, aber die Hafenanlage und die Marina sehen völlig anders aus als in den Plänen und unserem Segelführer.

Außer uns gab es nur zwei weitere Gäste an dem maroden Steg. Man liegt mit dem Bug am eigenen Anker im schlecht haltenden Hafengrund und mit dem Heck am Steg.
Wir haben die Barbaco so gut es geht fest gemacht. Aber als wir von unserer Stadtbesichtigung zurück kamen hatte der Hafenmeister mit einem weiteren Anker die Barbaco vor einer Kollision mit dem Steg bewahrt.

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Eindringlich wurden wir von allen Seiten gewarnt uns frei zu bewegen. Jede, auch noch so kurze Entfernung, muss mit dem Taxi zurück gelegt werden.
Wegen dieser Sicherheitslage haben wir uns auch für dieses sehr teure, einem Hotel angeschlossene, Marina entscheiden müssen. So können wir den Pool, das Fitnesscenter und die Sauna mit nutzen. Bei 30 Grad Außentemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit verbringen wir allerdings die Tage sowieso in der gesunden Biosauna! Also kein Bedarf!
Wegen unserer Sicherheitsbedenken verschließen wir zusätzlich zur Hotel- und Marinabewachung unseren Niedergang und schalten die Alarmanlage ein.

Sehr nette amerikanische Nachbarn, die von Florida kommend Südamerika umrunden wollen, haben uns nützliche Tipps und Kontaktadressen für Französisch Guyana und Suriname gegeben. Sie sind mit einem soo süßen, winzigen, zwei Monate alten Hund unterwegs. Leider wollten sie sich nicht von ihm trennen.

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Es ist vollbracht!
Wir haben die Behördengänge heute ruckzuck erledigt. Polizei, Zoll und Hafenkapitän. Morgen kommt nur noch mal der Zoll an Bord. Wir sind schon gespannt, was er alles kontrollieren will. Gleich darnach werden wir Brasilien nach drei erlebnisreichen Monaten verlassen.

Frohe Ostern!

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3 Antworten zu Checkout von Brasilien in Fortaleza

  1. Ruth Ulrich schreibt:

    Liebe Freunde,
    wir wünschen Euch erholsame und frohe Ostern. Auf See werdet Ihr vermutlich wenig von der semana santa mitbekommen, die sicherlich in iberischer Tradition sehr üppig begangen wird. Im französischen Zielgebiet wird diese weniger prächtig ausfallen, denn selbst 8000 Kilometer fern vom „Mutterland“ der Laizität ist letztere noch wirksam. Dafür begebt Ihr Euch aber in den – hoffentlich spürbaren – Schutz der gendarmerie nationale und dürft mit Euro bezahlen.
    Wir haben derzeit in Stuttgart keine Biosauna, dafür aber einen Bio-Kühlschrank. Gerade haben wir ein dramatisches Video vom VolvoOR gesehen. Einem Teilnehmerboot ist das obere Viertel vom Mast gebrochen, kurz vor Kap Hoorn. Sie wollen nun mit dem Rest des Segels die 280 sm bis Ushuaia schaffen. Das Meer scheint dort unten recht leer zu sein, so dass sich wenigstens seltener die Frage nach dem Wegerecht stellt. Eine unserer Töchter war im Januar auch dort unten, wo man selbst im Hochsommer die Nähe der Antarktis spürt. Sie unternahm von Ushuaia eine vierwöchige Treckingtour mit Rucksack und Zelt.
    Weiterhin gute Fahrt und vielen Dank für die Törnberichte wünschen
    Jochen und Ruth

  2. Barbara the desk-sailor schreibt:

    Salut les copains,
    herzlich willkommen zurück auf der Nordhalbkugel!
    Zur Feier des Tages gibt es heute zu allererst einmal taufrische frühlingsbunte Ostergrüße aus der alten Heimat.
    Und ein passendes Gedicht hat der „Lapin de Pâques“ heute auch noch im Vorbeihoppeln für Euch da gelassen.
    Attention, il s’appelle:
    Trois petits œufs

    La poulette noire a couvé
    Trois petits oeufs qu’elle a trouvés,
    Trois petits oeufs enveloppés
    Dans du papier rouge et doré.

    Un beau matin, dans le grenier,
    Trois petits poussins ont été nés,
    Trois petits poussins, mais voilà !
    Ils étaient tout en chocolat !

    Bei mir hat nach ein paar Anläufen das Versmaß einwandfrei geklappt.
    Wetten, spätestens nach der nächsten Nachtwache „eiert“ das Gedicht nicht mehr, sondern läuft schön rund ;-).
    Damit von rund auf Hund:
    Das kleine schwarze Hunde-Baby auf Eris Arm ist ja wirklich zum Anbeißen .
    Mit seinen Adoptiv-Eltern hat es wohl das große Los gezogen – ständig in Gesellschaft von Frauchen und Herrchen und dazwischen immer wieder neue Düfte für die erlebnishungrige Hundenase.
    Und als Lohn der guten Tat haben die tierlieben Amis dadurch bald eine vierbeinige Alarmanlage an Bord.
    Kein schlechter Deal.

    Ein schönes Osterfest mit tropischem Klima, europäischem Flair
    und dazu noch vielen kleinen hitzefesten (!) kunterbunten Zuckerguß-Ostereiern,
    (die mit dem flüssigen Kern, wenn man sie mit den Zähnen aufknackt)
    wünschen Euch bis bald –
    B&B

  3. Anna und Wilfried schreibt:

    Hallo Klaus und Erika, ein schönes Osterfest wünschen Euch aus der kalten und nassen Heimat Anna und Wilfried. Wir haben Eure interesanten Reiseberichte mit Spannung gelesen und Euch größtenteils beneidet. Hier steht für uns nun die Segelsaison vor der Tür. Im November sind wir mal wieder in der Karibik. Nochmals weiterhin eine gute Fahrt und alles Gute von uns

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