Äquator zum Zweiten

Unser bislang zweitlängster Törn begann mit Gewitter, Regen und wenig Wind. Es dauerte vier Tage und der Motor musste 45 Stunden lang aushelfen bis wir die ITCZ endlich hinter uns hatten.

Aber nach der Äquatorüberquerung freuten wir uns über einen kräftigen NO Passat. Zusätzlich unterstützte uns auf weiten Strecken der Guyanastrom mit über zwei Konten. Damit lag unsere Höchstgeschwindigkeit über 8 Knoten und unser bestes Etmal betrug 144 sm.

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Es waren perfekte Segeltage: sehr konstanter Wind, Sonne und keine weiteren Schiffe – nicht mal die Fischer waren so weit draußen. Nur noch stündlich war ein Rundumblick notwendig.

Unseren Speiseplan konnten wir durch zwei Fische, die wir noch küstennah geangelt haben, bereichern: einen 48 cm langen Tunfisch – sehr lecker – und einen 113 cm langen, uns unbekannten tiefblauen Fisch mit sehr großen Augen.

Dort wo der Atlantik über 1000 Meter tief war, waren unsere kleinen Wobbler doch zu schwach und große Fische rissen ihnen mehrfach die Drillinge ab. Das heißt also für die Zukunft „Aufrüsten“ ist angesagt, wenn wir uns weit draußen im Tiefen befinden. Schwierig wird es dann wahrscheinlich nur, einen großen Fisch an Bord zu bekommen.

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Nach neun Tagen und 1020 sm ging unser Törn in Kourou / Französisch Guyana zu Ende. Wir haben einen schönen und sicheren Ankerplatz direkt vor der Stadt im „Fleuve Kourou“ gefunden.

Die Strömung ist recht kräftig, aber unser Anker hält und die Strecke, um mit dem Schlauchboot an Land zu kommen, ist mal erfreulich kurz. Hier landen auch die Fischer ihren Fang an. Statt der Möwen lauern hier die Geier auf ihren Anteil.

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2 Antworten zu Äquator zum Zweiten

  1. Barbara the desk-sailor schreibt:

    Hi, Ihr Petrijünger,
    Ihr habt’s ja echt drauf:
    kaum hat der Skipper die Fish-Print Voodoo-Shorts an, schon raucht in der Bordküche die Pfanne.
    Den Thunfisch in allerfeinster Sushi – Qualität habt Ihr Euch vielleicht sogar roh schmecken lassen?
    Der lange blaue Needlefish dagegen hat mich erst einmal spontan an einen Mund voller Gräten denken lassen.
    Kenner aber loben sein Fleisch, auch wenn Euer stattlicher Fang die Blüte der Jugend wohl schon etwas länger hinter sich hatte …
    Diese Fische mit dem respekteinflößenden Schnabel-Maul können sich übrigens aus dem Wasser schrauben und werden so zu einer Art fliegender Dolche.
    Wenn sich da gerade ein Mensch in der Flugbahn aufhält, kann das ganz blöd ausgehen für den Menschen. Für den Fisch allerdings auch.
    Und wer’s nicht packt, den holen dann die Geier …
    So please stay safe, ‘cause we’re looking forward to reading you again!
    B&B

  2. norbert200 schreibt:

    Toll, dass ihr das Ziel erreicht habt. Mit dem Needlefish paßt auf.In dieser Region kann es Probleme geben. Fische fressen eine Alge, die für den Fisch ungefährlich ist, beim Menschen aber massive Ausfallerscheinungen hervorrufen kann. Ihr solltet ab jetzt Tavergil oder Ähnliches in der Apotheke haben, wenn ihr euch weiter aus Neptuns reich bedienen wollt.

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