Einhand in die Karibik

Nach sechs Wochen in Deutschland freute ich mich schon wieder auf die Barbaco und hoffte natürlich, dass sie die Zeit in Suriname gut überstanden hatte. Der Rückflug von Nürnberg über Amsterdam und Aruba verlief planmäßig und ich kam nachts um zwei Uhr in Domburg / Suriname an. Zu meiner Überraschung war die Riverbar noch geöffnet und bevor mich der Wirt zur Barbaco übersetzte, gab es noch ein kaltes Bier zur Begrüßung.

Obwohl die Vorschiffsluke, abgedeckt durch das Schlauchboot, geöffnet war, hatte sich auf dem Salonboden im feuchtwarmen Dschungelklima eine dünne Schimmelschicht gebildet. Da ich mitten in der Nacht keine Lust zum Putzen hatte, schlief ich die erste Nacht an Deck.

Eine Woche lang genoss ich noch einmal das entspannte Leben in Suriname und traf einige Vorbereitungen für meinen Törn nach Trinidad:

Genügend Wasser bunkern, 20 Eier vorkochen, Brot, Kuchen, Tomaten und Käse kaufen.

Obst in guter Qualität, vor zwei Monaten noch im Überfluss an jeder Straßenecke zu kaufen, gab es leider nirgends?!

Ich meldete mich noch in der Stadt bei der Militärpolizei ab und die Barbaco verließ ihren sicheren Liegeplatz an der Boje. Erstmal ging es den Suriname hinunter und an Paramaribo vorbei. Nach Passieren der einzigen Brücke, die den Suriname überspannt, musste ich mich noch über Funk bei der Hafenverwaltung ordnungsgemäß abmelden.

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Vor mir lagen ca. 500 sm entlang der Küsten von Suriname, Guyana und Venezuela. Gerade die Gewässer Venezuelas bereiten den Seglern aber große Sorgen – dort gibt es echte „Pirats of the Caribbean“!

Um diesen auf gar keinen Fall zu begegnen, habe ich ein paar Vorkehrungen getroffen:

Die Barbaco ist einen Umweg von ca. einem halben Tag gesegelt. Weit draußen, 100 sm vor der Küste und bei 2000 m Wassertiefe, gibt es keine Fischer, die günstige Gelegenheiten nutzen könnten um mich zu überfallen. Beruhigend war für mich auch, im Notfall die Berufsschifffahrt über Seefunk erreichen zu können.

Zudem nahm, wie vorhergesagt, im Laufe von zwei Tagen der Wind zu. Die höheren Wellen machen es den Berufspiraten in ihren offenen Speedbooten sehr schwer sich weit von der Küste zu entfernen.

Es ging alles gut; meine Machete und die Seenotraketen habe ich zum Glück nicht gebraucht.  🙂

Die in Suriname wegen eventueller weiterer Schlangen an Bord gekaufte Machete habe ich, nachdem ich das Piratengebiet passiert hatte, im Meer versenkt. Diese gelten in Trinidad & Tobago nämlich als Waffen und machen die Anmeldung bei den Behörden nicht einfacher.

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Nach vier Tagen auf See liegt die Barbaco jetzt an einer Boje vor der Peake Marina in der Bucht von Chaguaramas. Anders als in Suriname gibt es hier statt 10 sicherlich mehr als 1000 Segelschiffe.

Von Bord aus kann ich unzählige Pelikane beobachten, die sehr geschickt Fische zwischen den ankernden Schiffen fangen und jeden freien Pfahl besetzen.

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Eine Antwort zu Einhand in die Karibik

  1. Barbara, the desk-sailor schreibt:

    Hi Captain Clever,
    unserer Glückwünsche zum gelungenen Verlegung der Barbaco in die Karibik!
    Damit müssen einige heimische Leser ab jetzt ganz stark sein, denn das hiesige Kontrastprogramm zu jeder Menge Trauminseln, Traumbuchten, Traumstränden mit Traumkörpern und Traumcocktails ist – der Beginn der Lebkuchenbacksaison.
    Umpf.
    Aber mer muss och jünne könne!
    Auf jeden Fall wird hier am Schreibtisch wieder brav mitgesegelt, gegoogelt und gestaunt.
    Und vielleicht auch mal der eine oder andere Cocktail nachgemixt …
    Bis dahin maat et joot & stay safe,
    as we are looking forward to reading you again!
    B&B

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