Martinique – ìle culinaire

Martinique ist bei den Seglern überaus beliebt, um sich mit preiswerten und hochwertigen Nahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs – z.B. richtiges Toilettenpapier und ordentliche Küchenrollen, die auch ihren Zweck erfüllen, – einzudecken.

Allerdings klappt es mit der Müllabfuhr noch nicht so richtig! Die hier streng geforderte Mülltrennung ist auch eher ein Joke, denn auf einem Segelschiff , wo der Platz soo begrenzt ist, lässt sich eine Trennung sowieso nicht durchführen. Auf Hoher See geht natürlich alles Natürliche über Bord und der Rest mischt sich ganz selbstverständlich.

Dass es hier alles gibt kommt nicht von ungefähr – die Insel wird anders als die Nachbarbarinseln intensiv wirtschaftlich genutzt. Auf Martinique reiht sich eine Plantage an die nächste. Vor allem Zuckerrohr für die Rumdestillerien und Bananen prägen die Landschaft. Bei unserer Inselrundfahrt mit einem Leihwagen besuchten wir ein Bananenmuseum und konnten es kaum glauben, dass weltweit über 1000 verschiedene Sorten angebaut werden. Hier wurden kleine, große, dicke, runde Bananenexemplare aus aller Welt gezeigt, mit männlichen Blüten in den verschiedensten Farben und Größen.

Auf den Plantagen werden die Stauden in blaue Plastiksäcke gepackt; um sie vor Ungeziefer zu schützen und die komplette Staude reifen zu lassen.

Den gesamten Nordteil der Insel füllt ein regen- und waldreiches Gebirgsland aus, das im Vulkan „Montagne Pelée“ bis auf 1390 Meter ansteigt. Für eine vier- bis sechsstündige Wanderung hinauf bis zum Krater war es zu warm und am nächsten Tag gab es Dauerregen – keine guten Bedingungen! Auch ein Vulkanmuseum in Saint Pierre stand auf dem Programm. Hier erfuhren wir, dass bei dem Vulkanausbruch 1902 alle 30.000 Bewohner starben, weil die Obrigkeit ein rechtzeitiges Verlassen der damaligen Hauptstadt verboten hatte, obwohl sich der Ausbruch schon zwei Wochen vorher angekündigt hatte.

Einzig ein Häftling in seinem Kellergefängnis hatte mit schweren Verbrennungen und halb verhungert überlebt.

Nachdem nach den täglichen Einkäufen bei „Leader Price“ nun wirklich nichts mehr in die Barbaco hineinpasste, haben wir nach einigen Regentagen die Segel mit Kurs Süd gesetzt. Der kräftige Ostwind brachte uns bei sonnigem Wetter schnell voran.

Der Anker fiel ein weiteres mal in der Tyrell Bay auf Carriacou.

Wir hatten schon lange nichts mehr an der Angel, aber diesmal zog einer heftig und ausdauernd. Gedanklich legten wir uns schon diverse leckere Rezepte zurecht.

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Aaaaber – nachdem der Fisch „fachgerecht“ filetiert im Kühlschrank verstaut war, kam uns die „Ciguatera – Krankheit“ in den Sinn, über die wir schon einiges gelesen hatten und Norbert200 ja auch schon gewarnt hatte.

„Ciguatera“ ist die häufigste Art von Fischvergiftung, die in tropischen Meeresgebieten auftritt und durch den Genuss sonst ungiftiger Speisefische hervorgerufen wird.

Bestimmte Geißeltiere, die im Korallenriff auf Algen und Tang leben, werden gefressen und ihr Gift sammelt sich am Ende der Nahrungskette an. Besonders Raubfische, wie unser Barracuda können damit belastet sein.

Da keiner von uns beiden das Risiko eingehen wollte, den Fisch anzutesten, haben wir ihn ins Meer in die Nahrungskette zurückgegeben.

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Eine Antwort zu Martinique – ìle culinaire

  1. Barbara, the desk-sailor schreibt:

    Hi, Ihr Tissue-Papier-Connoisseure,
    diesmal kommt der Knaller gleich zu Anfang:
    Der neckisch bebilderte Bratwurst-Stop mit Telefonnummer.
    Falls es mal schnell gehen muß, ist man damit jederzeit und weltweit fein raus!
    Außerdem sind Bratwürste garantiert ciguatera-frei und schauen einen auch nicht vorwurfsvoll an.
    Überhaupt scheint das Leben auf breiter Front streckenweise kein Zuckerschlecken zu sein, allein wenn man an die jungen, unschuldigen Bananen in ihren blauen Plastikgefängnissen denkt.
    Ganz duster wird’s ja bei der Einschätzung des Geisteszustandes der einstigen Obrigkeit von Saint Pierre, die trotz Vorwarnungen ihre Untergebenen und sich wohl dazu ungerührt in den Glutwolken des Mont Pelé verbrutzeln ließ.
    Carriacou stellt sich im Netz dagegen direkt putzig dar, ein knuffiges Eiland, ganz so, wie man hierzulande von der Karibik träumt. Ach ja …
    Der Winter, wie wir Älteren ;-)) ihn noch gekannt haben, scheint dieses Jahr erstmalig auszufallen.
    Dafür schlagen die Bäume schon wieder aus, und auch die ersten Heuschnupfenopfer sind bereits am Schniefen.
    Im nächsten Sommer können wir unsere Bananen selbst anpflanzen.
    Die männlichen Blüten werden bestimmt voll der Burner bei Fleurop
    vermuten schon mal
    B&B

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