Die Dom.Rep. im Kielwasser

Wir blieben noch ein paar Tage in der Dominikanischen Republik – ein mehrtägiger Sturm hätte unsere Weiterreise recht ungemütlich gemacht.

So mieteten wir noch mal ein Auto, diesmal etwas größer und vor allem mit größeren Rädern um nicht in jedem Schlagloch zu versinken.

Unser erstes Ziel war der Leuchtturm des Columbus, der „Faro a Colon“ in der Hauptstadt Santo Domingo. Dieses gigantische Mausoleum wurde anlässlich der 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas 1992 eingeweiht. Präsident Balaguer hatte den 240m langen Koloss aus Stein, Beton und Glas gegen den heftigen Widerstand der Bevölkerung durchgesetzt. Im Inneren dominiert das Grabmal des Christoph Columbus mit dem Bleisarg, der aus der Kathedrale hierher überführt wurde. Ob hier wirklich die Gebeine des großen Seefahrers ruhen, ist allerdings sehr umstritten.

Evtl. liegen sie auch im spanischen Sevilla oder im kubanischen Havanna!? 🙂

 

Unser nächstes Ziel war der Salzwassersee „Lago Enriquillo“ im äußersten Südwesten der Dom.Rep. und nahe der Grenze zum Nachbarstaat Haiti. Er ist der tiefste Punkt der karibischen Inseln, liegt 39 m unterhalb Meeresniveau und beherbergt auf einer kleinen Insel neben Flamingos auch ganz liebe Salzwasserkrokodile, die sich nur von Fischen ernähren sollen. Leider haben wir beide nicht gesehen. Der Ausflug zu der Insel war es uns mit 70 €/ Person nicht Wert. Außerdem gab es in dieser gottverlassenen Gegend weit und breit kein Hotel oder eine Pension und wir hatten noch einen langen Rückweg durch riesige Zuckerrohrplantagen vor uns.

 

Es dämmerte schon, dann wurde es dunkler und dunkler und schnell stellten wir fest : Unser Auto hatte zwar bessere Reifen als sein Vorgänger – leider war aber die Beleuchtung in so schlechtem Zustand, sowohl vorne wie hinten waren wir „einäugig“ – dass die Polizei in Bani den Wagen kurzer Hand für die Nacht stilllegte! 😦

Wir waren natürlich einsichtig, es wäre auf diesen dunklen Straßen einfach zu gefährlich gewesen weiter zu fahren.

Nach einer Nacht im Hotel kamen wir wieder gut in Boca Chica an und bereiteten uns auf unseren kommenden Törn vor . Zum Abschluss noch zwei faule Strandtage direkt im Touristenörtchen Boca Chica, das am Wochenende auch ein beliebtes Ziel der Hauptstädter ist.

Geruhsame Tage mit Dösen bei Meeresrauschen unter Palmen gibt es dort allerdings nicht. Kaum hat man es sich im Liegestuhl bequem gemacht kommen sie: Massage –Pediküre – großformatige Bilder – Austern – Käse – Obstsalat – Eis – hochwertigste Sonnenbrillen – Muschelketten – Ohrringe – Lotterielose – natürlich auch frische Kokosnüsse…… alles wird im Minutentakt angeboten. Dazu kommen die Huren, die alleine liegende Männer in den besten Jahren (oder meist schon „drüber“) akquirieren wollen.

Überhaupt ist der Strand und abends der Ort ein großer Freilandpuff, in dem 70 jährige weiße Herren mit ihrer 17 jährigen schwarzen „Freundin“ Hand in Hand herumspazieren.

 

Beim Ausklarieren haben wir uns mal wieder über die korrupten Beamten geärgert. Immigration, Customs und Coastguard wollten, wie schon zuvor, unbedingt ihren Spezialagenten Victor eingeschaltet wissen. Keiner wollte uns verraten, sie sprechen ja auch außer dem wichtigsten Wort „Dollar“ kein Wort Englisch, wo und wie wir an das notwendige Dokument zur Ausreise kommen können.

Beharrlich konnten wir uns dann doch noch gegen den unnötigen und unehrlichen Herren wehren – einzig die Coast Guard wollte uns das „Despacho“ nur gegen 20,-US$ – selbstverständlich ohne Quittung – aushändigen. Leider benötigt man dieses Dokument bei der Einreise im nächsten Land. Was sollten wir tun? 😦

Um dieses „Geschäft“ abzuschließen kam eigens am Abreisetag ein Beamter um sechs Uhr morgens an den Steg und blieb bis wir abgelegt hatten.

Nach zwei Sturm-, einem Flautentag und einem schönen Passatsegeltag liegt die Barbaco jetzt in Santiago de Cuba vor Anker.

Wir freuen uns auf spannende Tage! 🙂

(Leider gelingt es zur Zeit nicht die Bilder hoch zu laden)

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3 Antworten zu Die Dom.Rep. im Kielwasser

  1. Ruth Ulrich schreibt:

    Ja, so geht das mit Exotik und Korruption. Ob’s wohl ohne K. noch so exotisch wäre? Diese Frage brauchen wir in unserem derzeitigen südfranzösischen Domizil nicht zu beantworten: Korruption ja, Exotik nein! Und deswegen lieben wir es hier so, anscheinend und um ehrlich zu sein. Jedenfalls sind wie immer Licht und Stille wunderbar, das wissen wir zu schätzen, nachdem wir unsere Lucy 10 Tage gehütet haben. Abends waren wir platt, wie haben wir das früher gemacht? Es scheint, wir haben keine Exotik mehr!!
    In dem Sinne für Euch beide viel „Exotik“ und liebe Grüße aus dem Midi
    Ruth und Jochen

  2. norbert200 schreibt:

    Nehmt euch Zeit für Kuba. Wenn es geht schaut euch die Cyans ausgiebig an, dort ist es der Hammer. ein unheimlich gutes Ressort, ich glaube sogar mit Anleger gibt es in den Caio cocos.Dort hat Buena Vista Social Club vor vielen Jahren begonnen. Havanna ist immer eine Reise wert und den Ret werden euch die netten Leute vor Ort erzählen. Passt nur auf beim Geld tauschen. Wenn ihr auf der Strasse erwischt werdet, droht Knast. Viel Spass auf einer der geilsten Inseln der Welt. Norbert

  3. Barbara, the desk-sailor schreibt:

    OMG!

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