Kolumbien – Land der Gegensätze

Kein Tag ohne Manfred! Täglich gab es mit unserem Agent Manfred etwas zu bereden, zu unterschreiben oder neue Anforderungen zu erfüllen. Bis heute, nach 12 Tagen in Kolumbien, ist die Barbaco immer noch nicht einklariert! 😦

Aber an unseren freien Nachmittagen haben wir das historische Zentrum, die Halbinsel „Boca Grande“ mit ihrem Stadtstrand und den Hochhäusern und das benachbarte Stadtviertel „Getsemani“ zu Fuß erkundet.

Cartagena ist die Touristenattraktion Kolumbiens und wird fast täglich von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Von dem Castillo San Felipe, der größten spanischen Wehranlage Südamerikas, hat man einen grandiosen Blick auf Cartagena und seine Umgebung.  Das alte Stadtzentrum ist komplett mit einem Stadtmauerring umgeben und man kann tagelang durch die Gassen mit den bunten und blumengeschmückten Kolonialhäusern umher spazieren. Es gibt immer wieder neue Plätze, Parks und Kirchen zu entdecken, versteckte Restaurants und originelle Eisdielen, Museen, Kunstgalerien und jede Menge Schmuckläden,die „Emeraldsteine“ in allen erdenklichen Grüntönen, Smaragde, unbearbeitet oder kostbar gefasst, anbieten. In der schön restaurierten Stadt bieten überall Händler ihre Waren an – geflochtene Korbwaren, gewebte und gestrickte Beuteltaschen und Tonarbeiten. Reißenden Absatz finden bei der Hitze natürlich die Obstbecher mit frisch geschnittenen Melonen, Papayas, Mangos und Ananas, eisgekühlte selbstgemachte Limonaden und verschieden gefüllte Arepas (Maisfladen).

Mit einem Expressbus reisten wir in das vier Stunden entfernte Santa Marta.

Die Fahrt führte uns durch geschäftige kleine Ortschaften mit Eselskarren und Pferdekutschen, vorbei an trockener Wildnis. Leider sahen wir streckenweise dabei auch völlig zugemüllte Slums!

 

Die Stadt Santa Marta selber hat nicht viel zu bieten, aber die Umgebung um so mehr!

Weniger als 50 km von der Küste entfernt erhebt sich das höchste Küstengebirge der Welt. Die schneebedeckten Spitzen der Sierra Nevada, der Pico Simon Bolivar und der Pico Cristobal Colon, sind beide 5775 m hoch, können allerdings nur bei extrem klarer Sicht von der Küste aus gesehen werden.

Die erste Nacht verbrachten wir in Taganga, einem“ Backpacker“-dorf am Ende der Welt, das sehr schön in einer abgeschiedenen Bucht liegt und von kargen gefalteten Bergen umgeben ist. Wir waren, unter den vielen Jugendlichen, konkurrenzlos die ältesten Touris.

Bei einem Tagesausflug besuchten wir den Nationalpark „Tayrona de Santa Marta“, der mit einer sehr abwechslungsreichen Vegetation beeindruckt und in dem man Zeugnisse der untergegangenen Kultur der Tayrona vorfinden kann.. Der kleine achtjährige Jose kannte genau seinen Marktwert. Für ein Foto verlangte er selbstbewusst 2000 Pesos! (= 0,60 €)

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Gemeinsam mit uns begaben sich viele Backpacker auf die zweistündige beschwerliche und schweißtreibende Wanderung zu Badebuchen mit riesigen Hinkelsteinen, Campingplätzen oder reservierten Hängematten.

Der Warentransport findet hier ausschließlich mit Pferden und Eseln statt. Neben Hitzschlag und angreifenden Moskitos muss man noch vor entlaufenen galoppierenden Pferden auf der Hut sein und rechtzeitig hinter Bäumen in Deckung gehen!

Um der Hitze, 42 Grad im spärlich vorhandenen Schatten, zu entfliehen, fuhren wir am nächsten Tag mit einem Taxi in die Berge nach Minca. Mit jedem Höhenmeter wurde die Luft kühler, frischer und reiner! Der Ort ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und mehrtägige Touren in die Sierra Nevada.

An unserem ersten Tag unternahmen wir eine einstündige Wanderung zum Poco Azul – einem Wasserfall und erfrischenden Badesee.

Leider setzte bald anhaltender Starkregen ein und wir fanden Schutz in einem Wohnzelt von Indios, die auch etwas zu essen und Getränke anboten. Von der Suppe haben wir nicht gekostet!

Das Allzweckzelt war Gastraum, Küche mit offenem Feuer, Vorratsraum, Kleiderschrank, Hühnerstall und Hundehütte! Bei dem anhaltenden Regen musste bald mit dem Spaten ein Kanal gegraben werden, damit nicht das ganze Mobiliar davonschwimmen konnte.

Der Regen ließ nicht nach und es begann langsam zu dämmern. Glücklicherweise warteten noch zwei Moto-Taxis (kleine Motorräder) auf Kunden. Bei strömendem Regen ging es mit Vollgas erst hinauf und später bergab auf überfluteten und furchigen Feldwegen zurück. Total durchgeweicht und verkrampft kamen wir im Hotel an – für uns war es eine Höllenfahrt, aber die Jungs haben es wirklich drauf. Gleich nachdem sie uns abgesetzt hatten ging es wieder hinauf in die Berge um die nächsten Touristen vor der Sintflut zu retten!

Der Regen hörte über Nacht auf, aber vom Motorradfahren hatten wir die Nase voll und buchten einen geländegängigen Jeep für unsere nächste Tour zur Kaffeeplantage „Victoria“.

Die halbstündige Fahrt führte uns über eine ehemalige Mafiastraße – bis vor zwei Jahren wurden hier noch Marihuana und Kokain ins Tal gebracht – zu der Zeit war sie wohl in einem besseren Zustand.

Die Kaffeeplantage ist seit Generationen in deutscher Hand ebenso wie die nebenan gelegene „Nevada“ – Brauerei. Beide nutzen das gute Bergwasser der Sierra Nevada und produzieren ausschließlich ökologisch. 🙂

Am Muttertagsnachmittag mussten wir erst den beschwerlichen Weg hinauf zur „Casa Loma“-Lodge zurücklegen, aber dann konnten wir entspannt in der Hängematte den Blick über Santa Marta bis zum Karibischen Meer genießen. Bei leiser Musik, vielstimmigem Vogelgezwitscher und leckeren Cocktails entspannten wir in der angenehm kühlen Bergluft.

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