Zurück in Kolumbien / Tage der Arbeit

Nach einem sechswöchigen Heimaturlaub flog ich Anfang Juli zurück nach Cartagena de Indias.

Unbeschadet lag die Barbaco noch sicher am Steg der Marina „Club Nautico“. Ich hatte schon ein bisschen Sorge, dass im Inneren der Holzboden – wie vor einem Jahr in Domburg / Suriname – mit einer hässlichen und ungesunden Schimmelschicht überzogen ist. Aber zum Glück war sie so trocken wie noch nie; selbst in der Bilge stand kein Wasser. Vermutlich hat es hier in Kolumbien nicht stundenlang, sondern immer nur kurz mal geregnet und die 32 Grad im Schatten haben das Schiff schnell wieder getrocknet. 🙂

Auch war es schön gleich wieder alte bekannte Segler wieder zu treffen, die ich schon vor unserer Heimreise kennengelernt hatte. 🙂 🙂

Im Laufe der vergangenen Segelsaison gab es ein paar technische Probleme, die nur behelfsmäßig mit Bordmitteln behoben werden konnten. Also gab es so einiges zu tun:

Das Autoradio, die Stereoanlage der Barbaco, hatte dem tropischen Klima nicht standgehalten und ich habe mir aus Deutschland ein neues mitgebracht und eingebaut.

Die Beleuchtung der Kombüse war auf Kuba ausgefallen und der notdürftige Ersatz war recht dunkel. Eine neue LED Lampe wurde angebracht und Herd und Spüle erstrahlen super hell – allerdings braucht man jetzt beim Kochen eine Sonnenbrille! 😉

Beim Törn von Jamaika nach Kolumbien gab es zuletzt Probleme über das Amateurfunkgerät Wetterberichte und Mails zu empfangen. Ein neuer USB Soundkartenstick und die Unterstützung aus „meinem“ Amateurfunkverein hat es wieder gerichtet. Danke Sven!

Leider gibt es noch ein ungelöstes Problem:

Die Dämpferplatte des Dieselmotors ist ausgeschlagen! Das macht sich durch Vibrationen und metallische Geräusche bei niedrigen Drehzahlen bemerkbar.

Meine Hoffnung, dass die ortsansässige Werkstatt mit meiner Beschreibung und der Explosionszeichnung das Problem versteht, musste ich schnell begraben. Bei der Reparatur des Motors möchte ich selbstverständlich keinerlei Risiko eingehen. Also ist daran hier nicht zu denken.

Der Motorenhersteller hat mir versichert, dass das System gute Notlaufeigenschaften hat und mir empfohlen mich an die nächste Vertragswerkstatt zu wenden. Diese ist allerdings in Ecuador – jenseits des Panamakanals! So werden wir wohl einen Abstecher nach Süden machen müssen, damit die Barbaco für die langen Strecken auf dem Pazifik topfit ist.

Trotz des ach so tollen super giftigen Antifoulings, das ich erst vor einem Jahr in Trinidad & Tobago auf das Unterwasserschiff gestrichen hatte, war der Rumpf nach sechs Wochen Stillliegens schon wieder dick bewachsen. Zwei Taucher haben die Muscheln eine Stunde lang wieder abgekratzt.

Aber die Tage bestehen nicht nur aus „Maloche“ – ab 1000 Uhr ist es dafür sowieso zu heiß.

Die Fussball EM kann man hier in vielen Restaurants, wie zum Beispiel dem „Bayerischen Löwen“ verfolgen – netterweise haben sich die Kolumbianer mit den Deutschen gefreut und leiden auch jetzt auch mit uns mit!

Im nahegelegenen Supermarkt wollte  man gerne ein Foto einer Produktpräsentation mit mir machen – ein Werbefoto gibt es schon mal vorab 😉

IMG_6513

Seit gestern morgen liegt die Barbaco wieder auf Reede. Anders als in der Marina weht am Ankerplatz immer ein leichter Wind, der ihren Skipper angenehm kühlt!

 

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2 Antworten zu Zurück in Kolumbien / Tage der Arbeit

  1. Freut mit sehr, dass du heil angekommen bist. Wenn Du mir eine Zeichnung schickst, könnte ich die Dampferplatte in Deutschland besorgen und zum Kanaltörin dann mitbringen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit sie vorher einzubauen.

  2. Barbara, the desk-sailor schreibt:

    Hi Captain,
    die Idee, mit einer Explosionszeichnung in der Hand bei den Locals aufzutauchen, solltest Du Dir patentieren lassen. Bankräuber aller Länder mal hergehört: Laßt die Wumme im Schrank, Stift und Papier tun’s auch.
    Mich wundert es nicht, daß sich die von Dir angepeilte Werkstatt dumm gestellt hat – die hatten einfach Muffensausen, dass ihnen gleich ihr Laden um die Ohren fliegt.
    Da nützt auch das netteste Lächeln neben dem Saft-Fräulein nix. Vielleicht könntest Du aber die veschreckten Werkstattinhabe auf ein Gläschen Cranberry-Juice auf die Barbaco einladen und die Dämmplattenmisere vor Ort erklären?
    Von Cartagena nach Ecuador ist es ja nicht der nächste Weg. Aber interessant könnte so eine Dämmplattenwallfahrt mit dem Zug schon werden. Oder wird es doch eher ein Flugticket?
    We’ll stay tuned, anyway.
    Bei Euch ist es jetzt 11 Uhr vormittags, das heißt, Du hast seit einer Stunde Feierabend!
    Im Bayerischen Löwe wirbelt man bestimmt schon in der Küche. Und ein kühles Paulaner unter dem FC Bayern-Schal schmeckt auch schon vor dem Lunch.
    So keep safe and cool, as we are looking forward to fresh news
    from the old lady and her youthfull captain!
    B&B

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