Im Kielwasser der Bounty

Die Entfernung von Bora Bora nach Rarotonga / Cook Islands beträgt ca. 530 sm. Die diversen Seewettervorhersagen sagten für mehrere Tage 20 kn Wind aus SE bis E voraus – perfekt für eine schnelle Reise in Richtung SW.
Dass wir, die Besatzung der Lycka und der Barbaco, dabei ein Niederschlagsgebiet durchqueren mussten, war eigentlich nur ein Schönheitsfehler. Innerhalb der Niederschlagsgebiete weht der Wind meistens nur schwach – an den Grenzen nimmt er dann zu. So auch bei diesem Törn.
Allerdings war der starke böige Wind, geschätzte 7 Bft, nicht nach der üblichen halben Stunde vorbei.
Für die Barbaco dauerte er vier Stunden und eine mehrere Meter hohe Welle konnte sich aufbauen.
Das Groß war zweifach gerefft, die Genua weit eingerollt und die Barbaco segelte mit halbem Wind und über 7 kn in Richtung schönem Wetter. Die Windfahnensteuerung hielt perfekt den Kurs. Alles schien easy!

Ich saß auf der Backbordbank mit dem Rücken zum Wind und betrachtete relativ entspannt das Naturschauspiel, als plötzlich ein gewaltiger Brecher einstieg!! Er zerriss die Sprayhoud, ich landete in Sekundenbruchteilen auf der Steurbordsitzbank und die Sprayhoud klappte über mir zusammen.
Leider konnte durch die defekte Sprayhoud viel Wasser in das Schiffsinnere eindringen. Für einen Augenblick stand sogar Wasser über den Salonbodenbrettern und ca. 150 Liter sammelten sich in der Bilge! Zwei volle angeleinte Dieselkanister hat der Brecher auch noch mitgenommen!

Zum Glück ist nicht mehr passiert. 🙂 🙂

In Avarua, der Hauptstadt der Cook Islands, wurde ich dann drei Tage später sehr freundlich vom Hafenmeister in Empfang genommen. Er wies mir einen Liegeplatz zu und half beim Befestigen der Leinen an Land. Man liegt hier „Stern to“, d. h. Leinen werden vom Heck zum Kai gespannt und der Bug wird vom eigenen Anker gehalten.
Viele fremde Schiffe gibt es hier nicht: die Lycka, die North – irgendwo habe ich sie schon mal gesehen – und die Barbaco sind zur Zeit die einzigen ausländischen Segelschiffe im Hafen.

Obwohl Kapitän James Cook den Inseln keine große Bedeutung beimaß, wurden sie nach ihm benannt. Er hatte weder die Hauptinsel Rarotonga betreten noch Kontakt zur Bevölkerung anderer benachbarter Inseln gehabt.
Als erste Europäer betraten, 20 Jahre nachdem Cook vorbei gesegelt war, die Meuterer der Bounty mit ihrem Anführer Fletcher Christian die Insel. Vermutlich gefiel auch ihnen das gute Klima auf der Insel: Das Thermometer klettert tagsüber auf 26 Grad und misst nachts angenehme 18 Grad.

 

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