Fiji´s Inselwelt

Nach zwei Nächten vor Anker hinter dem Riff der Insel Mana brachen wir Richtung Norden auf, um noch weitere der 330 Inseln des kleinen Staates kennenzulernen, von denen die meisten unbewohnt sind.
Eine der größeren Inseln der Yasawa Group ist Waya, wo wir neben einigen anderen Seglern und einem kleinen Kreuzfahrtschiff vor Anker gingen. Musik und Trommeln lockten uns gleich an Land und wir schlenderten durch das versteckt liegende Dorf, in dem tatsächlich 500 Leute wohnen.
Da gerade Schulferien waren konnten wir nur das Schulgelände mit angeschlossenem Internat besichtigen, während die Kinder auf dem Sportplatz Rugby spielten. Zu kaufen gab es nur Papayas, ein paar Tomaten und frisch aufgeschlagene Kokosnüsse. Die freundlichen Frauen saßen gut gelaunt vor ihren einfachen Hütten oder Buren, wuschen Wäsche oder webten Matten aus den getrockneten Palmblättern, während sich die männliche Bevölkerung vor der Hütte des Dorfältesten versammelte. Leider hatten wir kein Gastgeschenk dabei, bzw. wir hatten unsere Kavatütchen an Bord vergessen, so konnten wir dem Chief keine Ehre erweisen und haben uns schnell davon gestohlen.

Für den nächsten Tag war starker Südwind angesagt. Unser Ankerplatz war nach Süden hin ungeschützt, also nichts wie weg hier Richtung Norden zu der windabgewandten Nordseite der Insel Naviti. Auf dem Weg dorthin mussten wir sehr gut aufpassen, da die Seekarte mit den tatsächlich vorhandenen Riffen und Untiefen nicht überein stimmte!

An Land in Somosomo wurden wir gleich von einer Horde Kinder umzingelt, die uns stolz durch ihr Dorf führten und versuchten, ein paar Brocken ihrer Englischkenntnisse anzuwenden. Unsere Frage nach einem Minimarket wurde positiv beantwortet und der Laden auch extra für uns aufgeschlossen. Zu kaufen gab es außer Zahnpasta und Öl wieder nichts, aber wenigstens konnten wir den Kindern ein paar Kekse ausgeben, die sie unter sich gerecht aufgeteilt hatten.

Am nächsten Morgen brachen wir Richtung Süden auf, um in die „Vuda Marina“ auf Vitu Levi zu fahren, wo die Lycka schon seit einiger Zeit auf uns wartete und uns die ausgezeichnete Speisekarte des Restaurants schon das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ!!
Doch jetzt setzte der Sturm von Süden eigentlich erst richtig ein und wir mussten vor Waya vor Anker gehen. An einen Landgang mit unserem Dinghi war wegen des stürmischen Wetters gar nicht zu denken, aber am nächsten Tag sollte alles besser werden!
Wieder sind wir früh gestartet und legten gegen den Wind in 6 Stunden nur 15 sm zurück, bis wir dann bei voller Motorleistung fast gar nicht mehr vom Fleck kamen. Bei Helligkeit konnten wir die Marina nicht mehr erreichen und im Dunkeln, schon ab 18 Uhr, wäre es zu gefährlich gewesen durch die Riffe zu navigieren. Die weibliche Crew motzte und meuterte zwar, aber der Captain ließ sich nicht umstimmen und befahl: Umkehren! Na wohin wohl?? Nach Waya natürlich!! Zum Glück hatte Hannes nach einigen Fehlversuchen – einmal wurde die Angelschnur durchgebissen, später sogar unser guter Köder abgebissen – einen schönen Fisch an der Angel, dessen Größe für uns gerade richtig war.

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Das Schlimme an diesem ganzen Segelrevier hier ist, dass es kaum geeignete Ankerplätze für uns gibt und dass die Wettervorhersagen niiiieeeee
stimmen.

Am nächsten Morgen gab der Skipper grünes Licht und wir kamen nachmittags in der schönen Vuda Marina mit Bar und super gutem Essen an. Sogar in die letzte enge Lücke haben wir noch reingepasst, wenn auch die Nachbarlieger lautstark protestiert hatten, weil sie umso mehr noch an ihre anderen Nachbarn gequetscht wurden.
Diese Marina ist auch deshalb sehr begehrt, weil man sein Schiff über die Zyklonsaison, die von November bis April reicht, eingraben lassen kann, um es vor den Stürmen zu schützen.

Wir liegen jetzt super ruhig, schwierig ist allerdings, dass es keine Schwimmstege gibt und bei Ebbe und Flut ein gewisses akrobatisches Geschick nötig ist, um von und an Bord zu gelangen!

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Von der Marina aus unternahmen wir dann einige Ausflüge mit Bussen oder Taxen.
Wir sind ja auf der Südhalbkugel und befinden uns im Winter, es ist gar nicht so heiß und abends bisher eigentlich schon richtig kühl, wie man an dem Foto aus der Bar erkennen kann. Die Bedienung serviert im roten wärmenden Kapuzenpulli, während die Urlauberin falsch gepackt hatte.

Wir ließen uns zu den warmen Schlammquellen „Hot Springs“ chauffieren, die für alle möglichen Beschwerden hilfreich sein sollen und entspannten anschließend unsere Muskeln in den verschieden heißen Becken.

Mehrmals fuhren wir nach Lautoka in die Stadt und zum Markt, wo ebenso wie in Nadi indischstämmige Familien einen großen Bevölkerungsanteil bilden und damit das Straßenbild mit ihren prächtigen Saris enorm farbenfroh gestalten und fremde exotische Gerüche durch die Straßen ziehen.
Die normalen Touristen, hauptsächlicch Australier und Neuseeländer, sieht man hier nur selten, sie verbringen ihren Urlaub fast ausschließlich in den zahlreichen Resorts.

In Nadi besuchten wir den interessanten Hindutempel Sri Siva Subramaniyam, durch den wir vier, natürlich vorschriftsmäßig gekleidet, von einem Hindu geführt wurden und dabei einiges über diese Religion und ihre Gottheiten erfahren haben. In das Allerheiligste hatten wir keinen Zutritt, da wir uns nicht fleischlos ernährt hatten. Hat man uns wahrscheinlich gleich angesehen ?!

Ein weiterer Ausflug führte uns in ein Naturschutzgebiet bei der Stadt Sirtoka. Dort wanderten wir zuerst in einer beeindruckenden Dünenlandschaft umher, die dann am Meer mit ordentlicher Brandung entlang führte, wo das angeschwemmte Treibholz zum Trocknen aufgestellt wurde, um schließlich durch einen Wald mit stattlichen Mahagonibäumen zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Mittlerweile haben Michelle und Hannes die Barbaco in Richtung Deutschland wieder verlassen und Erika und Klaus bereiten sich so langsam auf den nächsten Törn vor. Vanuatu lockt mit einem der schönsten Naturhäfen des Südpazifik und aktiven Vulkanen! 🙂

 

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Eine Antwort zu Fiji´s Inselwelt

  1. Barbara, the desk-sailor schreibt:

    Hi. Ihr Open-Air-Akrobaten,
    schade, dass Eure vielversprechende Karriere als Artisten der Südsee ein so schnelles Ende nehmen musste, da wäre bestimmt noch mehr gegangen.
    Aber so ist es eben viel zu oft: Die einen, die’s können, können nicht, und die anderen, die könnten, könnten’s nicht.
    Dafür erweist sich der Kapitän immer mehr als Könner auf dem Gebiet der Navigation, der vor Korallenbänken noch mehr Respekt hat als vor Gegenwind aus der Frauenfront.
    Die Südsee scheint ja überhaupt ein spezielles Gebiet zu sein.
    Wo sonst finden sich vorsätzlich in den Sand gesetzte Boote, Fango to go, Knaben, die in Schubkarren wohnen, Kugelfische, die auf einen schusseligen Koch warten
    und Tempelwächter mit untrüglichem Röntgenblick direkt in das Ingreisch der Besucher? Wahrscheinlich war das Allerheiligste einfach nur mal wieder nicht aufgeräumt …
    Und damit wird es Zeit für ein Kompliment an die Postproduktion:
    Der Horizont auf den Bildern vom wilden Strand von Sirtoka ist ja so was von horizontal, ein Träumchen!
    In der Zwischenzeit ankert Ihr vielleicht schon vor Vanuatu?
    Die Reiseveranstalter locken mit traumhaften Fotos, das schaut nach ganz großem Kino aus.
    Wir sind gespannt, zumal der Sommer hier merklich zu schwächeln beginnt.
    So long, stay safe and live it up
    B&B

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