In Brisbane

Nach unserer zweitägigen Tour über Fraser Island wollten wir weiter in Richtung Süden – durch die Great Sandy Straits und dann bis nach Brisbane.
Um die Meerenge zwischen Fraser Island und dem Festland bequem und schnell zu überwinden muß man genau mit der Gezeitenstömung rechnen. Sie ist dort bis zu
4 kn schnell! Wir starteten um 0400 Uhr morgens, damit wir bei Hochwasser die Wasserscheide erreichen konnten. Wegen der perfekten Betonnung und der genauen Seekarten war die Durchfahrt in Richtung des südlichen Ausgangs problemlos.

Die südliche Ausfahrt der Great Sandy Straits hat es allerdings in sich! Wir wurden schon in der Bundaberg Port Marina von mehreren Leuten mit diffusen Infos darauf vorbereitet, machten uns aber eigentlich vorab keine weiteren Sorgen.
Da sich die Sände in der Furt ständig verlagern muss man die „Tin Can Bay Cost Guard“ über Funk anrufen und erhält dann per SMS aktuelle Wegpunkte für die Passage.
Revierunkundig wie wir waren, versuchten wir es bei kräftigem Gegenwind – und mussten wegen der meterhohen brechenden Wellen wieder umdrehen, um hinter der Halbinsel Rainbow Beach in der Pelican Bay mit zahlreichen anderen Seglern auf den abflauenden Wind zu warten.
Davon gibt es leider keine Fotos, war zu stressig!!

Am nächsten Morgen, wieder sehr früh, startete dann eine ganze Armada, um die Sände bei Hochwasser zu überqueren. Diesmal ging alles gut und mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir die Moreton Bay. Ein ebenfalls gut betonntes Fahrwasser führte uns über Nacht bis in das Zentrum von Brisbane, wo wir um 0800 Uhr früh zwischen zwei Pfählen im Brisbane River fest machten.

Hier liegen wir nun absolut ruhig direkt in der Stadt am City Botanical Garden mit Blick auf die modernen Büroblöcke und die Story Bridge, die von John Bradfield, dem Architekten der bekannten Sidney Harbour Bridge entworfen wurde und die jede Nacht in einer anderen Farbe leuchtet. Man kann diese Stahlbrücke bei einer Tag- oder Nachttour mit einem Guide besteigen, aber das war uns zu teuer, wir sitzen auch so schon für Feuerwerke, vorbeifahrende Ruderer, Ausflugsraddampfer und Fähren in der ersten Reihe.

Die typische australische Stadt Brisbane ist ein Mix aus viktorianischen „ alten“ Gebäuden, Hochhäusern und den klassischen Queenslandhäusern, erhöhte Holzbauten mit ziselierten Verandas.

Die Stadt ist leicht zu erkunden, da sie ein gutes öffentliches Verkehrsnetz mit Zügen, Flussfähren und Bussen hat. Es gibt sogar einen kostenlosen Linienbus durch die Innenstadt und die rote kostenlose Fähre, die im Zick-Zackkurs die Flussufer entlang fährt.
Der Freizeitwert dieser Großstadt ist außerordentlich hoch. Viele Park- und Grünanlagen mit Palmen, Bougainvillenhecken, Jogging- und Radwegen locken bei angenehmem Klima zum Sporttreiben oder einer kurzen Entspannung in der Mittagspause.

Einer der beliebtesten Stadtteile ist South Bank Parkland und liegt am Brisbane River gegenüber der City.
Hier wurde ein künstlicher Strand mit Swimmingpools, Kinderwasserspielplätzen, Openair Kino, Riesenrad, Lerngärten, Spazier- und Radwegen angelegt und besonders am Wochenende tummeln sich Touristen, Studenten und Einheimische am Beach, bestellen sich Pizza, Sushi oder Fish and Chips auf der Fressmeile oder gönnen sich in den zahlreichen Pubs ein Pint Beer, vielleicht ein Kölsch,  aus der großen Thekenauswahl.

Um uns einen Überblick über die 2,3 Millionenstadt zu verschaffen fuhren wir mit dem Bus auf den Mount Coot-tha. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht optimal und so machten wir uns bald wieder auf den Weg hinunter und schlenderten durch den wirklich sehenswerten Botanical Garden. Wir genossen diese ausgedehnte schöne Parklandschaft, die dazu noch kostenlos war, mit ihren imposanten Bäumen aus aller Welt, vielen Palmenarten, Nadelholzgewächsen, der einheimischen Queenslandflora, einem japanischem Garten, Regenwaldarealen, Wasserläufen und Lagunen, Leguanen, Kakadus und umherspazierenden Turkeys und waren – wie schon in der ganzen Innenstadt – von der enormen Sauberkeit beeindruckt. Es liegt hier nirgends Müll rum, Unglaublich!!!

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Nachdem Thomas nach Hause geflogen war, nutzten wir den sonntäglichen Regentag für einen Museumsbesuch in der Galery of Modern Art „GOMA“.
Hier wurde gerade eine große Sonderausstellung der japanischen Künstlerin Yayori Kusama und des deutschen Künstlers Georg Richter gezeigt.
Georg Richter ist der bedeutendste lebende Künstler, der weltweit in Museen ausgestellt wird und bei Sammlern Höchstpreise erzielt. Für ein abstraktes Gemälde wurden über 40 Millionen € gezahlt, auch die gewollt unscharfen Kerzenbilder wechselten für ein Vermögen den Besitzer, man weiß nicht warum?
Per Zufall entdeckten wir unter den zahlreichen Fotos und Bildern eine ältere Serie, die verschiedene Motive von Meerbusch zeigt. Na sowas!!? Was es alles gibt!
Wir besuchten dann noch einige Dauerausstellungen, unter anderem eine von Künstlern der Torres Straits, von den Inseln zwischen Australien und Neuguinea und einer deutschen Künstlerin, die mit Farbstiften am Kopf malt.

Erschöpft von den stundenlangen Rundgängen fuhren wir dann mit der roten Fähre zurück. Leider sprang der Motor mal wieder nicht an, aber ein hilfsbereiter Nachbarlieger schleppte uns zur Barbaco zurück.

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Eine Antwort zu In Brisbane

  1. norbert200 schreibt:

    Down under ist und bleibt eine Wucht. Ich habe euch die Telefonnummer meines Kollegen Philip Rank per Whats App geschickt. Er ist jetzt wieder in Australien und wohnt in Brisbane. Er ist vorgewarnt und wartet auf euren Anruf. Viel Spass weiterhin
    Norbert

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