Viel Wind in Coffs Harbour

Der Törn von der Gold Coast nach Coffs Harbour dauerte zwei Nächte und einen Tag.
Im ersten Morgengrauen viel der Anker im alten Hafen und wir fuhren mit dem Dinghy in den nahe gelegenen Fischereihafen, in dem sich auch eine Marina befindet.

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Auf der Suche nach einem Anlegeplatz für das Schlauchboot fragten wir Einheimische nach einem Dinghy – Jetty. Eigentlich ganz normal. Aber wir stießen auf totales Unverständnis?
Als wir dann doch ein Plätzchen gefunden hatten und durch den Ort spazierten wurde es uns klar – Der ganze Ortsteil heißt Jetty….und deshalb gibt es Jettytankstelle, – Museum, – Theater, – Strand…

Leider ließ eine Starkwindwarnung der Coast Guard für die kommenden Tage eine Weiterreise in Richtung Süden nicht zu und da wir an unserem Ankerplatz schon ordentlich durchgeschüttelt wurden und der Anker nicht sicher zu halten schien, verlegten wir die Barbaco in die Marina an einen Steg. Direkt beim Marinaausgang haben wir uns dann in einem Fischladen gleich eine gemischte Fischbox gegönnt, die anscheinend für eine größere Familie ausgelegt war. Sie war einfach nicht zu schaffen.
Beim Anmelden erfuhren wir, dass an diesem Nachmittag das Marina – Weihnachtstreffen der Segler stattfinden soll, zu dem wir natürlich auch eingeladen wurden. Es gab kostenlos Getränke, Bier, Wein, Sekt, Grillwürste und ein gemischtes Buffet, von dem wir leider nichts mehr probieren konnten. Die Fischbox war einfach zu viel. Der Nachmittag war recht nett, mit Weihnachten hatte es zwar gar nichts zu tun, aber wir haben von den Yachties so einige Tipps für unsere Weiterreise erhalten.

Anschließend unternahmen wir noch einen Spaziergang auf den nahe gelegenen Hügel Muttonbird Island, der sich gleich hinter der Marina erhebt.
Die Sturmtaucher „short tail shearwaters“ leben in pazifischen Gewässern und überfliegen 30 000km  zu den Küsten von Südaustralien und Neuseeland. Sie kommen jedes Jahr zu ihrem Erdnest zurück und brüten dort ihr einziges Ei aus. In allen australischen Staaten außer Tasmanien sind sie geschützt. Auf der Insel Tasmanien werden jährlich 100.000 Vogeljunge wegen ihres Fleisches, ihren Federn und ihres Öles getötet. Den Namen Muttonbird bekamen sie, weil ihr gekochtes Fleisch nach Hammel schmecken soll. Die killing season wird am 27. März eröffnet und dauert bis 30. April, gerade zu der Zeit, wenn die Küken flügge werden. Von Naturschützern werden jetzt auch in Neuseeland Unterschriften gesammelt und vorgelegt, die dem grausamen Töten der Muttonbirds  Einhalt gebieten sollen.

 

Coffs Harbour hat einen schönen weiten Stadtstrand mit hohen Brandungswellen, auf denen die Kitesurfer stundenlang hin – und her reiten und einen kleinen bewachten Abschnitt, wo sich die normalen Badegäste in die Wellen stürzen können. Besonders schön sind auch die Strandbereiche, an denen bei Ebbe zwischen den hellen Sandgebieten verschiedene Pools mit warmem Wasser entstehen und einen idealen Wasserspielplatz für die Kinder abgeben. Was uns bei all den herrlichen Stränden nicht gefallen hat, war die Tatsache, dass es nirgendwo Liegen, Sonnenschirme und vor allem Kioske gibt, wo man kalte Getränke oder kleine Snacks kaufen könnte. Dafür gibt es überall schöne Picknick – und Grillplätze, die sich bei den Aussies großer Beliebtheit erfreuen und einen sehr gepflegten Botanischen Garten.

Mit einem kleinen Leihwagen unternahmen wir kurze Ausflüge in die nähere Umgebung. Wir hatten pro Tag nur 200km frei und damit kommt man natürlich in dem riesigen Land nicht weit. Da die Übernachtungen auch ziemlich teuer waren, fuhren wir abends immer zum Schiff zurück. Attraktionen, wie wir das von zuhause her kennen, gibt es gar nicht. Ein Vergnügungspark mit Minigolf, Iceskatebahn, Wasserrutsche, Laserday und einer großen Bananenplastik für die beliebten selfies gehört hier schon zu den Top Highlights.

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Beeindruckend sind einfach die Landschaften, die vielen unterschiedlichen Nationalparks mit Wanderwegen oder anspruchsvolleren Klettertouren, Wasserfälle, Seen und Flüsse, auf denen man mit Kajaks rumpaddeln kann und die weiten hellsandigen, meist einsamen Strände.

Eine Tagestour führte uns über das Bellinger Valley ins bergige Hinterland nach Dorrigo mit seinem Regenwald Naturpark, der sich auf einem Plateau hinzieht.

Bei einer anderen Tour schauten wir uns die südlich gelegenen Städtchen Sawtell und Nambucca Heads an und genossen die schönen Strände, bevor wir am letzten Tag Richtung Norden aufbrachen. Nach Sandy – , Emerald – , und Sapphire Beach mussten wir natürlich noch den angeblich dritttollsten Strand Australiens, den Moonee Beach, besuchen.
Unser Resumee : Sie waren alle superschön!

Zum Abschluss unserer Tour legten wir noch einen Stopp bei dem indischen Guru Nanak Sikh Tempel von Woolgoolga ein, in dem der Skipper nach der Sikh – Religion zum kostenlosen indischen Mahl geladen worden war. Von der Möglichkeit, beim Geschirrabwaschen zu meditieren und in sich zu gehen, hat er keinen Gebrauch gemacht!

Die gesamte Wetterlage hat sich einfach nicht gebessert und so haben wir nach langem hin und her beschlossen, über Weihnachten hier zu bleiben und die Barbaco auch für längere Zeit in der Coffs Harbour Marina allein zu lassen.

In ein paar Tagen fahren wir mit dem Greyhound Bus nach Sydney – einen Leihwagen hat es nicht mehr gegeben – , bleiben ein paar Tage über Sylvester um uns gemeinsam mit anderen deutschen Seglern das berühmte Feuerwerk anzusehen.
Anschließend fliegen wir nach Neuseeland.

Wir wünschen all unseren Verwandten, Freunden und den Lesern unseres Blogs fröhliche Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr 2018!

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Eine Antwort zu Viel Wind in Coffs Harbour

  1. Barbara, the desk-sailor schreibt:

    Hi, you Globetrotters,
    it’s been just a bit more than an hour now that we can celebrate the new year.
    At midnight we lowered our glasses down to the ground, to send you and your lovely Barbaco our best whishes:
    Selamat tahun baru – Ein gutes neues Jahr – Gelukkige nuwejaar – честита нова година – Sretna nova godina – Godt nytår, šťastný nový rok – un muy feliz Año Nuevo – Gelukkig nieuwjaar – Head uut aastat – Onnellista uutta vuotta – Bonne année – Boldog új évet – Felice anno nuovo – Sugeng warsa enggal – あけまして おめでとう ございます – Laimīgu Jauno gadu – Laimingų Naujųjų Metų – Godt nyttår – Szczęśliwego nowego roku – Feliz año nuevo – Gott nytt år – Yeni yılınız kutlu olsun – Chúc Mừng Nǎm Mới – С Новым Годом.
    Then the bottle was empty.
    So stay safe and sound a make 2018 a brilliant one!
    Best of best whishes
    B&B

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