In Kupang auf West Timor / Indonesien

Die Vorbereitungen für den Törn nach Indonesien waren erledigt: Unsere Visa für einen zweimonatigen Aufenthalt mit der Möglichkeit der Verlängerung waren in unseren Pässen, die Seewasserpumpe war getauscht und die Genua repariert.
Ein paar Tage mussten wir noch auf passenden Wind warten und nutzten die Zeit, um Darwin weiter zu erkunden.

Die Erinnerung an den zweiten Weltkrieg, wo Darwin mehrfach von den Japanern angegriffen worden war, die von Darwin aus dann Indonesien bekämpfen wollten, ist immer noch wach.
Es gibt Denkmäler und einen alten unterirdischen bombensicheren Treibstoffbunker am Hafen.

Sehr interessant war der Besuch des „Northern Territory Museum of Art & Sciences“.
Es beherbergt eine Ausstellung über den Taifun Tracy der 1974 Darwin weitgehend zerstörte und eine große Sammlung von Kunstwerken der Aborigines.
Eines der beliebtesten Exponate ist „Sweetheart“, ein ausgestopftes 5 m langes und 770 kg schweres Salzwasserkrokodil das die Außenbordmotoren von Booten angriff, bis ihm jemand 1979 den Garaus machte.

Der erst starke Wind hatte spürbar nachgelassen und nachdem die Behörden 5 Tage Vorlauf hatten, war das Ausklarieren kein Problem. Bei der Gelegenheit konnten wir auch die Rückerstattung der für die Ersatzteile gezahlten Steuern beantragen. 🙂
Die Rückerstattung der Dieselsteuer erfolgt über ein anderes Formular und per Post. 😦
Warum eigentlich so kompliziert?

Der 470 sm lange Törn nach Kupang war nach vier Tagen erledigt. Der Wind war sehr schwach geworden und so lief der Motor fast ununterbrochen.

Der Anker viel direkt vor Teddy´s Bar. Der Ankerplatz ist zwar nicht sehr gut geschützt, aber der Ankergrund ist gut und man kann am nahe gelegenen Stadtstrand an Land gehen.
Wir waren gespannt auf die Anmeldeprozedur und fuhren mit dem Dinghy zum Strand. Dort wurden wir schon von Mike und seinen Mitarbeitern erwartet. Sehr freundlich wurden uns die diversen Dienstleistungen angeboten.
Einen Tag lang „das Dinghy den Strand rauf und runter tragen“ nahmen wir für 50.000,- Rupien (=3 ,- €) in Anspruch. Ebenso die Taxifahrt zu den Behörden für 100.000,- Rupien (=6,-€) pro Stunde. Das Einklarieren wollten wir selber machen und den Dieselservice wollte der Skipper nicht. Mike versicherte immerzu, dass der Diesel Singapore – Qualität (?) hat, aber kann man wissen ob der Treibstoff sauber und nicht gestreckt ist? Es schien uns sicherer, bei der nächsten Gelegenheit, selber die Kanister an einer normalen Tankstelle zu füllen.

Der Taxifahrer fuhr die notwendigen Stationen ab: Erstmal zu einer Bank die ausländische Visa Karten akzeptiert, dann zu Immigration, einem Telkomsel Stand wo wir eine SIM Karte erstanden, zum Port Health Office, zu Custom und zuletzt zum Hafenmeister. Zwischendurch brachte Klaus noch kurz einen jungen Zollbeamten an Bord der Barbaco der sie nach Drogen und Waffen durchsuchte. Alkoholische Getränke waren kein Problem, man darf sie aber nicht mit an Land nehmen.

Von allen Dokumenten braucht der Segler fünf Kopien. Am Ende ist er alle los geworden und hält eine schöne grüne Mappe mit neuen Dokumenten in seinen Händen. Hurra! 🙂
Wer gut vorbereitet ist schafft das Einklarieren an einem halben Tag. Es gibt leider eine ziemliche Unsicherheit für uns wie wir uns in den nächsten Häfen zu verhalten haben. Laut der indonesischen Online-Anmeldeseite dürfen wir drei Jahre in Indonesien umher segeln ohne uns wieder irgendwo anzumelden und ohne weitere Formaliäten, abgesehen von einer Standortmail alle sechs Monate. Allerdings gilt unser Visum nur zwei Monate und laut Hafenmeister müssen wir uns in jedem Hafen neu an- bzw. abmelden!?

Mal abgesehen von dem ausbordenden Papierkram und der Unsicherheit über die Prozesse hatten wir einen schönen Anmeldetag. Alle haben sich richtig gefreut uns zu sehen, wir haben viel gelacht und eine angehende Beamtin machte ein Selfi mit uns.

Auch am nächsten Tag, bei unserer Einkaufstour, waren wir die Attraktion!
Anscheinend gibt in Kupang, außer einigen wenigen Seglern, keine Touristen. Mehrmals wollten die Einheimischen uns fotografieren und bedankten sich herzlich dafür. Bekannte werden auf West Timor durch Nasereiben begrüßt und verabschiedet, uns hat man als Dank für ein Foto unseren Handrücken an die Nase oder Stirn geführt.

Es gibt diverse Einkaufsmöglichkeiten – vom teuren französischen Carrefour Supermarkt über einen Hypermarkt bis zum Straßenmarkt. Hier sind die Preise natürlich am günstigsten. Zum Beispiel kostet ein kg Tomaten 0,30 €. Ein leckeres und reichliches Mittagessen gibt es im Restaurant für 2,- bis 3,-€.

Unser Ankerplatz lag unmittelbar vor einer kleinen Moschee. (Siehe Beitragsbild) Deren Muezzin rief regelmäßig, auch schon um vier Uhr morgens, eine Stunde vor dem Sonnenaufgang, zum Gebet. Weitere Muezzine in Kupang taten es ihm nach.
Der Vorteil für uns war, dass wir beim Sonnenaufgang schon wach waren und den ersten Kaffee des Tages an Bord genießen konnten. 😉

Mittlerweile ankert die Barbaco im Komodo-Nationalpark in der „Sora Lia Bay“.

 

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2 Antworten zu In Kupang auf West Timor / Indonesien

  1. Ellen Preischl schreibt:

    Hallo, wir sind ein bischen hinter Euch mit dem Katamaran Sleipnir III. Seit Tagen versuchen wir auf dem YAchters System für Indonesien zu registrieren, kein Erfolg, kein Support, nix. Was habt Ihr gemacht um die Papiere für das Boot zu registrieren? Visa denk ich nehmen wir 30 Tage on arrival.
    liebe Grüße
    Ellen

    • klausbarbaco schreibt:

      Hallo Ellen,

      ihr könnt euch hier anmelden:
      http://yachters.beacukai.go.id/
      Man gibt seine Mailadresse ein, wählt sich ein Password, erhält eine Mail und muss diese bestätigen.
      Danach könnt ihr die üblichen Daten eingeben.
      Dann könnt ihr das Formular ausdrucken. Genauso wie von allen anderen Dokumenten benötigt ihr fünf Kopien davon!
      Ein Visa on Arrival gilt nur einen Monat und wird nicht verlängert! Besser ihr besorgt euch ein Zweimonatsvisum in der Indonesischen Botschaft in Darwin welches verlängert werden kann.

      Weiteres gerne über WhatsApp: +49 1573 141 1304

      Viele Grüße
      Klaus

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