Tour um Ubud

Die Arbeiten sind fast abgeschlossen, Erika kann kommen!

Wayan, der Taxifahrer unseres Vertrauens, empfahl uns den Polsterer Fadilah, der schnell, günstig und gut neue Polsterbetten in der Bug – und Achterkajüte nach Maß anfertigte.
Nachdem Klaus den Rumpf innen gründlich auf Rost untersucht und weitestgehend befreit hatte, musste er jetzt nur noch alle paar Tage unter den Bodenbrettern pinseln und auf das wichtige Ersatzteil , den neuen Geber für Lot und Logge warten, damit die Barbaco zukünftig wieder in flachen Gewässern navigiert werden kann.

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Erika war pünktlich und hatte das Ersatzteil dabei.

Da im Rumpf mehrere Anstriche nötig sind und die frische Farbe ausstinken muss bezogen wir erst einmal ein ruhig gelegenes Guesthouse mit schönem Garten und Pool in Sanur.
Am nächsten Morgen brachten wir das Gepäck an Bord, Klaus testete den Geber, trug erneut Farbe auf und Wayan fuhr uns wieder nach Sanur. Zwei Tage später brachte er uns durch den chaotischen zähen Verkehr nach Zentralbali in die Stadt Ubud. Trotz der vielen Touris kann man dort immer noch das Flair des ehemaligen Künstlerortes spüren: bekannte Maler, Tänzerinnen, Musiker, Holzschnitzer und Steinmetze haben hier in der Gegend um Ubud ihre Wurzeln.
Auch die täglichen religiösen Zeremonien werden hier wie überall im hinduistischen Bali in den Alltag integriert und in der Familie gelebt. Die Frauen basteln unzählige hübsche Strohgeflechte mit Blumen, die sie mit Crackern oder kleinen Bananen auffüllen, mit Räucherstäbchen versehen und morgens und abends auf ihren Hausaltären, auf den Gehsteigen, in Autos, auf Mopedsitzen -eigentlich überall- ablegen. Sie lassen sich von dem ganzen Trubel um sich herum überhaupt nicht stören, beten still und bespritzen ihre Opfergaben mit heiligem Wasser.

Auch der Pool, in dem abends ein Europäer herumplanschte, wurde gesegnet.

Da wir bei dem Verkehr nicht selbst Auto- oder Scooter fahren wollten und die Preise moderat waren, buchten wir für den nächsten Tag eine Tour. Zusammen mit einer Argentinierin, einer Lettin und zwei befreundeten malaysischen Chinesinnen ging es auf eine Tour rund um Ubud.
Abseits der großen Straßen findet man viele alte Tempelanlagen, allein Südbali ist mit ca. 15000 Tempeln übersät. Fast in jedem Dorf stehen mehrere Sakralstätten mit hohen Türmen, geschnitzten Schreinen, steinernen Wächter – und Götterstatuen und den geteilten Eingangstoren aus bemaltem Holz, durch die man jeden Tempel betreten kann, wenn man zuvor einen Sarong angelegt hat, falls man nicht schon einen trägt.

Unser erstes Ziel hieß „Goa Gajah“, die Höhle der Elefanten, das zweite war der wunderschöne Tempel von Mengwi, einst das Machtzentrum der Region, das nächste der farbenprächtige Hoftempel „Pura Kehen“, der auf acht aufsteigenden Terrassen angelegt wurde.

Sehr schweißtreibend, vor allem der Anstieg zurück, war der Besuch zu „Gunung Kawi“, einer heiligen Anlage aus dem 11.Jahrhundert, die tief in einer zwischen Reisterrassen gelegenen Schlucht liegt.

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Leider hatten wir für die einzelnen Stopps immer sehr wenig Zeit und mussten ständig auf die Uhr sehen. Auch für „Tirtha Empul“, der heiligen Quelle, die ewige Jugend verspricht, reichte die Zeit nicht für ein heiliges Bad. Wir wollen das Heiligtum deshalb demnächst mit Thomas und Rouven noch einmal besuchen.

Zum Lunch ruhten wir uns dann in Kintaman auf der Aussichtsterrasse aus mit weitem Blick zum Batursee und auf den Mount Batur, den Klaus mit den Jungs zum Sonnenaufgang besteigen will.
Sieht ziemlich mühsam aus!

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Nachmittags durften wir diverse Kaffeesorten, neben Mokka, balinesischem Kaffee auch Sorten mit u.a. Ingwer – ,Ginseng – ,Vanille – , Kokosflavour, verschiedene Schokoladen ohne Milch und Tees verkosten.
Den weltbekannten, teuersten Katzenkaffee „Kopi Luwak“ mussten wir allerdings bezahlen.
Luwak heißt die indonesische Schleichkatze, die im Dschungel lebt, die roten Kaffeefrüchte frisst
– angeblich nur die besten!!- und die Kaffeebohnen unverdaut ausscheidet. Durch den Verdauungsprozess der Katzen werden die Kaffeebohnen veredelt, von den Balinesen eingesammelt, gewaschen und geröstet. Der teuerste Kaffee der Welt mit dem einzigartigen Geschmack wird mit großem Erfolg verkauft, uns hat er aber leider oder Gott sei Dank nicht sooo gut geschmeckt.

Es folgte ein kurzer Spaziergang durch ein historisches sehr gepflegtes, sauberes, schönes balinesisches Dorf, in jedem (!) Haus ein Shop. Aber trotzdem sehr schön.
Witzigerweise wollten sich balinesische junge Leute mit uns fotografieren lassen, der tiefere Sinn blieb uns allerdings verborgen.


Auf der Rückfahrt konnten wir noch einen kurzen Stopp an steilen Nassreisterrassen einlegen bevor wir am Königspalast in Ubud aussteigen mussten.

In Ubud laufen gerade die Vorbereitungen für eine royale Hochzeit auf Hochtouren, von Tag zu Tag sieht der Palast prunkvoller aus und am nächsten Wochenende soll es dann soweit sein. Genaues weiß man nicht, jeder sagt etwas anderes.

Eine rundum interessante schöne Tour ging zu Ende, wir waren ganz schön platt.
Am nächsten Tag war dann nur eine Massage angesagt, sonst nichts!

Leider mussten wir unsere Unterkunft räumen, wir hatten nicht rechtzeitig verlängert, und uns was Neues suchen. Gleich um die Ecke, auch zentral und ruhig gelegen, zogen wir quasi in eine große Haustempelanlage ein. Viele geschmückte Altäre für die Ahnen, Steinwächterfiguren, bunte vergoldete bemalte Friese und Türen, plätschernde Brunnen…

Wir staunen jeden Tag immer wieder über das balinesische Alltagsleben und wie es möglich war bei all diesen fremden Einflüssen die eigene Kultur trotz des gewachsenen Lebensstandards und den Veränderungen zu leben und zu pflegen.
Auf unserer Rückreise nach Serangan, wo die Barbaco an einer Boje liegt, besuchten wir mit unserem Wayan noch einige Schnitzereien – Shops in Mas und eine einfache Werkstatt, in der junge Männer schönen Silberschmuck herstellen.


Zufällig kamen wir unterwegs an einem festlich dekorierten Haus vorbei und wurden eingeladen, als einzige Fremde im Hinterhof an einer Hochzeit teilzunehmen. Wie alle anderen Gäste durften wir uns von dem Essen nehmen – wir waren vorsichtig, weil die Speisen sehr scharf sein können – und ein Getränkekörbchen mit Wasser und Eiscreme dazu. Zwischen den festlich gekleideten Gästen durften wir ganz zwanglos herumlaufen und auch Platz nehmen und sie freuten sich sogar, dass wir sie fotografieren wollten. Umgekehrt wurden auch wir mehrfach von den balinesischen Gästen abgelichtet – so sehen halt richtige Exoten aus!!

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