Mit neuer Crew zu den Gili Inseln

An unserem Bojenplatz ging es mit den täglichen Zeremonien, stundenlangen Gebeten, Theaterrollenspielen und Gesängen weiter. Die Dorfbevölkerung von Serangan scheint ein großes Durchhaltevermögen zu haben, wenngleich wir auch schon hinter vorgehaltener Hand erfahren haben, dass die ganzen Feierlichkeiten viel zu viel, viel zu lang und einfach kräftezehrend und ermüdend sind, wochenlang tägliche Tempelbesuche und Opfergaben zu basteln oder auch teuer kaufen zu müssen.
Zwischendurch gab es zusätzlich noch einen Feiertag, an dem den Göttern des Transportes geopfert wurde : Autos, Boote, Scooter und Mopeds wurden liebevoll mit bunten Bastelarbeiten geschmückt. Kann auf jeden fall nicht schaden.

Die nächsten Tage verbrachten wir faul am Strand von Sanur, wo hauptsächlich Pauschaltouristen entland einer schönen Strandpromenade in gepflegten Hotelanlagen Urlaub machen. Leider ist der Strand von Sanur bei Flut nur sehr schmal und bei Ebbe ist wegen der Korallen Schwimmen überhaupt nicht möglich. Umso mehr freuen sich die Balinesen, die gegen Abend wenn es nicht mehr so heiß ist mit ihren Kindern diesen Strand aufsuchen und stundenlang im warmen Wasser rumplanschen.
Besonders interessant fanden wir, dass neben den hinduistischen Balinesen auch die muslimischen Familien ihre Spätnachmittage am Strand genießen, allerdings gehen Frauen und auch kleine Mädchen komplett angezogen und verhüllt ins Meer.

Ende des Monats kamen dann Thomas und Rouven abends in Denpasar an. Wir waren schon sehr gespannt, ob sie die neue Bordtoilette dabei haben würden. Juchhu!! Sie kamen mit einem riesigen Paket problemlos und ohne zusätzliche Gebühren durch den Zoll. Und sie war heil geblieben, so dass sie Klaus am nächsten Tag gleich einbauen konnte.

An dem Reparaturtag fuhren Erika und die Jungs zu dem herrlichen, 5km langen Sandstrand von Kuta, dem Haupttouristenziel Indonesiens, dem Hotspot für junge Leute und Surfer, die am vorgelagerten Riff optimale Bedingungen für ihre Leidenschaft vorfinden.
Außerdem wird es hier nie langweilig, weil am Strand den ganzen Tag Souvenierhändler, Eis-, und Getränkeverkäufer, Sarong-, und Schmuckhändlerinnen, Masseusen und Hennatätowierer vorbeiziehen.
Witzig fanden wir einige Verkäufer, die hölzerne Blasrohre und Pfeil und Bogen zum Zusammenklappen anboten, die zwar sehr schön gemacht waren, aber die einfach niemand brauchte.


Viele Touris nutzten auch das Angebot, einen Schnupperkurs im Surfen zu belegen. Viele schafften es nach einigen Übungsstunden auch, einige Meter auf den Brettern zu stehen.

Unsere zwei Surfer wagten sich ohne Instruktor auf die Bretter und ritten die Wellen ab.

 

Jeden Abend nach 18 Uhr kommen alle, auch die Hotelgäste und die Backpacker aus den Hostels zum Strand und schauen sich bei einem Cocktail oder einem eiskalten Bintang den Sonnenuntergang an.

Vor einem Tempel am Strand kamen wir auch bei einer Tanzprobe vorbei, wo balinesische Hindufrauen mit Muslimas traditionelle Tänze einstudierten und dabei hatten alle ihren Spaß.

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Zum Dinner wählten wir ein Einheimischenlokal in Serangan. Wir nahmen an niedrigen Bänken und Tischen Platz, beobachteten die Balinesen am Nebentisch und verleibten uns dann ebenso mit den Fingern die diversen köstlichen lokalen Speisen ein.

Am nächsten Morgen legte die Barbaco zur Nachbarinsel Lembongan ab, wo wir anfangs dreimal von einer freien Boje wegen Eigenbedarf vertrieben wurden, aber dann doch noch an einer festmachen konnten. Das Wasser war dort kristallklar und wir konnten gleich von Bord ins Meer hüpfen, was in Serangan wegen dem ganzen Dreck und Müll leider gar nicht möglich ist.

Unser nächster Stopp war die kleine und von Touristen verschont gebliebene Insel Gili Gede von der wir uns bei einem Inselrundgang einen Eindruck verschafften.

Weiter ging es von dort zu den bekannten Giliinseln im Nordwesten von Lombok, die für ihre Korallenriffe berühmt sind und deshalb Schnorchler und Taucher anlocken und für Backpacker jede Menge günstige Unterkünfte und billige Warungs bieten.
Wir blieben zwei Nächte vor der Insel Gili Air. Dort konnten wir direkt vom Strand aus im Riff schnorcheln und Schildkröten und zahlreiche bunte Rifffische beobachten.

Abends dinnierten wir am Strand, die Füße im warmen Sand und genossen bei Meeresrauschen und angenehmer Brise ein Fisch – und Fleischbarbeque mit einem Salatbuffet.

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Leider wurden die Giliinseln auch von dem Erdbeben erfasst, dass am 05. August die Region um Lombok schwer getroffen hatte. Wie Thomas und Rouven bei einem Tagesausflug selber sehen konnten, leben noch heute viele Bewohner von Nordlombok in Zelten und erst sehr langsam wird dieses ganze Gebiet wieder aufgebaut. Das Geld zum Wiederaufbau fließt nur spärlich. Mit der Fähre kommen Männer aus Lombok zu den Gilis herüber und versuchen dort ihre Ware zu verkaufen. Seit einer Woche hat sich für sie aber die Lage leider drastisch verschlechtert, weil nur noch sehr wenige Touristen auf den Inseln sind. Die Regenzeit naht.

Auf dem Rückweg machten wir noch einmal einen kurzen Stopp auf der Insel Lembongan, weil die Männer an Bord unbedingt mit riesengroßen Mantas schwimmen wollten.
Wir buchten eine Tour für den nächsten Tag mit 99,9% Garantie, dass wir Mantas sehen würden. Leider regnete es am nächsten Tag, es war grau in grau und kalt. So frühstückten wir erst einmal auf einer geschützten Terrasse mit Blick auf den Regen, die Bucht und die zahlreichen Tagesausflügler, die dort ausgesetzt wurden.
Der Regen hörte pünktlich auf und los ging es zu einer Höllenfahrt mit einem Schnellboot. Vorbei an einer beeindruckenden Küste jagten wir über die kurzen Wellen zu der Mantabucht. Die Jungs sprangen sofort ins Wasser und schnorchelten neugierig herum, aber es ließ sich kein Manta blicken. Naja, jetzt gehören wir halt zu den 0,1% der Tourgäste, die keine Mantas gesehen haben.
Wer´s glaubt, wird selig!!

Aber immerhin hatten wir noch einige Gelegenheiten, an anderen Stellen rumzuschnorcheln, vorallem war das Wasser dann ruhiger und wärmer und man konnte viele Fische sehen.

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Das Wetter hat sich seit einigen Tagen total verändert. Es sieht so aus, als ob die Regenzeit kommt oder schon da ist. Die Barbaco liegt jetzt wieder an unserer Boje vor Serangan und wir wollen morgen nochmal ins Landesinnere nach Ubud fahren.

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