Cambodia- wo der Pfeffer wächst

Von Luang Prabang in Laos aus erreicht man Siem Reap in Kambodscha bequem mit einem kurzen Direktflug.
Sehr nahe der Stadt befinden sich die berühmten Tempel von Angkor. Sie gehören zum Unesco-Weltkulturerbe und sind für viele das Highlight des Landes.
Die berühmtesten Tempel kann man nach einer kurzen Tuk-Tuk-Fahrt erreichen. Wir entschieden uns aber für eine Tagestour mit einem englischsprachigen Guide um mehr über die Geschichte der Ruinen zu erfahren.
Die ältesten Tempelanlagen sind beinahe 1000 Jahre alt und waren teilweise schon wieder vom Urwald überwuchert. Heute wird die 400 km² große Anlage mit Hilfe internationaler Unterstützung wieder restauriert.

Wie in anderen Städten Kambodschas gab es auch hier eine Erinnerungsstätte an die Gräueltaten der Roten Khmer. Nach 20 Minuten reichte es uns, die Bilder und Informationen waren zu grauenhaft.

Ganz in der Nähe betreibt die Belgische Minenräum-Organisation Apopo eine sehr informative und spannende Informationsstelle. Kambodscha ist eines der am stärksten verminten Länder der Welt und es gibt tausende Tote zu beklagen.
Apopo sucht die Sprengkörper mit Ratten, die in Afrika gezüchtet, selektiert und trainiert werden und schon in anderen Ländern zum Einsatz kamen! Die eingesetzten Riesenhamsterratten können den versteckten Sprengstoff sicher riechen und tun dies mit ihrer besonders empfindlichen Nase wesentlich schneller als herkömmliche Metalldetektoren. Die ausgebildeten Tiere kosten ca. 5000,-€ und werden fünf Jahre lang eingesetzt, bevor sie in diesem Informationszentrum ihren Lebensabend verbringen.

Zumindest Klaus hatte im Laufe der Reise genug Tempel gesehen!
So brachen wir nach ein paar Tagen mit einem „Schnellboot“ zur zweit- oder drittgrößten (genau weiß man es nicht) Stadt Kambodschas, nach Battambang auf.

Die siebenstündige Fahrt führte stundenlang über den Sangker River, an dessen Ufer mehrere schwimmende Dörfer liegen.
Der vietnamesischen Minderheit in Kambodscha ist es nicht gestattet Land zu besitzen. So findet dort das Leben in den schwimmenden Häusern auf dem Wasser statt. Es gibt ein reges Hin-und-Her zwischen dem Gemischtwarenhändler, der zentralen Trinkwasserstation, der Tankstelle, dem Frisör, dem Mechaniker, der Schule, der Polizei, …

Wir starteten in einer kleinen Flotte von drei Booten und waren letztlich froh, dass uns eines der beiden kleineren zugewiesen wurde. Der Fluss führte wegen der Trockenzeit nur wenig Wasser und das größere Boot lief im flachen Wasser mehrfach auf Grund. Die Touristen mussten aussteigen und mitschieben und nur mit weiterer Schlepphilfe kam das Schiff über die Untiefen hinweg.

Battambang ist umgeben von einer tropischen Landschaft und hat in ihrer Nähe etwas besonderes zu bieten:
Eine halbstündige Tuk-Tuk-Fahrt entfernt liegt der Berg Phnom Sampeau. In einer seiner Höhlen leben mehrere hunderttausend Fledermäuse die jeden Abend zum Sonnenuntergang die Höhle verlassen. Ca. eine halbe Stunde lang strömen die kleinen Tiere ununterbrochen, begleitet von einem strengen Geruch, heraus.

Vom Battambang aus erreicht man die Hauptstadt Phnom Penh mit dem Bus an einem Tag.
Unser Hotel lag sehr zentral direkt am Königspalast, an mehreren Märkten und nicht weit vom Mekong entfernt. Schon bald wollten wir dem Trubel entgehen und fuhren in einem Kleinbus in den Süden nach Kampot.
Die Stadt war vor dem Indochina Krieg ein bekanntes Pfefferanbaugebiet gewesen. Aber erst nachdem die Amerikaner im Indochinakrieg nicht mehr das Land bombardierten und 1979 die Roten Khmer besiegt waren vergingen noch mehrere Jahre bevor man sich dessen erinnerte und wieder Pfeffer anbaute.
Heute gibt es drei Pfefferplantagen die hochwertigen Biopfeffer anbauen und ein wichtiger Arbeitgeber in der Region sind. Bedingt durch den guten Boden und die salzige Meeresbrise gehört er zu den besten der Welt. Bei einer Pfefferprobe konnten wir die diversen Geschmäcker testen. Mit seinem leichten Zitrusgeschmack ist der Kampot Pfeffer ideal für Fischgerichte geeignet.

Bevor wir wieder zurück in Hauptstadt fuhren besuchten wir noch den kleinen Ort Kep an der nahe gelegenen Küste der für seine vorzügliche Fisch- und Krabbenküche bekannt ist.

Auch der Markt lohnt einen Besuch. Wie in anderen Orten auch, gab es dort eine besondere Spezialität Kambodschas: angebrütete und dann gegrillte Eier. Diese gibt es mit 17 oder 19 Tagen Brutdauer. Wir konnten uns nicht entscheiden und haben es dann ganz gelassen. 😉

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