Das Undenkbare ist passiert!!!

Seit Anfang September ist Erika wieder an Bord der Barbaco.
Aber statt ein paar Wochen Malaysia mit Schiff und Auto zu bereisen, musste erst ein erhebliches Problem behoben werden. Der Rumpf der Barbaco war undicht!!!!

Es gab schon sehr lange im Motorraum unter dem Dieseltank eine unerklärliche tellergroße Roststelle. Alle Versuche die Ursache zu ergründen und alle Bemühungen den Rost zu unterbinden, schlugen immer wieder fehl. Aber jetzt stellte sich leider heraus: Der Rumpf war undicht! Drei Tropfen Wasser pro Sekunde drangen durch die Farbe und den Rost ins Schiffsinnere. Vermutlich war von dem Gabelstapler- ähnlichen Fahrzeug, mit dem die Barbaco aus dem Wasser und wieder zurück transportiert worden war, die Roststelle stark belastet worden und ist schließlich aufgebrochen.

Ich darf gar nicht daran denken, dass die Barbaco mit diesem Problem fast 4000 sm von Südamerika bis nach Französisch Polynesien weit ab von jeglicher Hilfe gesegelt ist!
Zum Glück war der Stahl um den Defekt herum 3 mm stark und in Ordnung. Innerhalb weniger Tage konnte eine neue Stahlplatte eingeschweißt werden und, sehr beruhigend, es gibt keine weiteren unerklärlichen Roststellen! Puh!! 🙂 🙂

Nachdem die Arbeiten erledigt waren und die Barbaco wieder im Wasser war, fuhren wir mit einem Leihwagen über Ipoh in die Cameron Highlands.

Ipoh ist die Hauptstadt des Sultanats Perak und ein Geheimtipp für Malaysia- Reisende. Die Stadt gefiel uns mit seinen alten und zum großen Teil sehr schön renovierten Kolonialgebäuden in der Altstadt, mit seinen Stadtvierteln Chinatown und Little India und seinen beeindruckenden Höhlentempeln.

Sehr überrascht waren wir, als wir neugierig einer hinduistischen Hochzeitsgesellschaft zusahen und spontan zum Essen eingeladen wurden. In einem sehr großen Veranstaltungszelt war für ca. 1000 Gäste Platz und das Hochzeitspaar hatte gerade einen Fototermin mit seiner Verwandtschaft. Wie schon ein paar Tage zuvor, als wir in einem abgelegenen Dorf ebenfalls spontan zu einer moslemischen Hochzeit eingeladen waren, durften wir uns vom Buffet bedienen. Etwas ratlos und zögerlich blickten wir uns um, da alle ohne Besteck und natürlich nur mit der rechten reinen Hand aßen und wir auch Angst hatten bei dem Buffet teuflisch scharfe Sachen zu erwischen. Aber wir bekamen sogar Gabel und Löffel, Messer gibt es hier überhaupt nie! – und bedienten uns unter den Blicken der neugierigen freundlichen Hochzeitsgesellschaft sehr zurückhaltend von den vielfältigen Speisen. So richtig wohl war uns dabei nicht, schließlich wollten wir uns nicht daneben benehmen, aber die Einladung abzulehnen, wäre sehr unhöflich gewesen. Dazu kam, dass alle schick gekleidet waren und wir beide nicht so recht dazu passen wollten. Zum Abschied wurden uns dann bei beiden Hochzeiten noch Geschenktüten überreicht.

Unsere weitere Reise führte uns über eine kurvenreiche gute Straße durch traumhaft schöne grüne Dschungellandschaften zu dem Hochplateau Cameron Highlands , und dem Ort Tanah Rata, einem trecking – hotspot par excellence. Leider erschienen uns die angebotenen Touren als nicht geübte Wanderer zu beschwerlich. Deshalb fuhren wir mit unserem Auto direkt bis 2000m hoch, zum Mount Brinchang, dem höchsten Berg Malaysias. Teilweise war der Weg ziemlich heikel, aber wir haben es auch ohne allrad geschafft, vorbei an riesigen Teeplantagen und unzähligen, geschätzten tausend Erdbeergewächshäusern zum Mossy Forest, den dichten Nebelwäldern zu gelangen.

Der Ort Brinchang, in dem wir ein Hotel gebucht hatten, war zwar auf Touristen eingestellt, uns hat er aber nicht gefallen: alte, billig auf alpines Fachwerk getrimmte Häuser gammeln vor sich hin und werden von riesigen hässlichen chinesischen Hotelprojekten ergänzt. Wir haben uns nur gefragt, welche Touris außer den Wanderern in dieser abgelegenen Gegend Urlaub machen wollen. Erdbeeren zum Selberpflücken , kleine Kakteenpflanzen als Mitbringsel, Besuche von Schmetterlingsfarmen, botanischem Garten … stehen anscheinend bei den chinesischen Besuchern hoch im Kurs. Und so wird die schöne grüne Gebirgslandschaft nach und nach zerstört, und zwar sehr schnell. Schon nach einem Tag fuhren wir weiter, auch weil es auf 1400 m kalt und regnerisch war.

Unser nächstes Ziel war die Weltkulturerbestadt Georgetown. Die alte Kolonialstadt ist ein Muss für Malaysia -Reisende. Unser Hotel lag direkt in der Altstadt und so konnten wir den ganzen Tag zu Fuß in den pittoresken Gassen, in Chinatown und Little India herumstreunen. Vorbei an unzähligen hinduistischen und buddhistischen Tempeln, und an einigen Moscheen, von denen der Muezzin lautstark zum Gebet aufrief. Überall boten Straßenverkäufer typische malayische und chinesische Leckereien von ihren Karren an, oder man konnte sich in kühlen foodcentern von Ständen aus aller Welt bedienen. Direkt am Meer kann man durch ein altes chinesisches Stadtviertel auf Stelzen schlendern und dabei neugierige Blicke in die Wohnungen werfen. Außerdem trifft man in der ganzen Altstadt auf originelle, teils kunstvolle StreetArt- Malereien, die man auch nach einem Plan bequem in einer Rikscha oder mit Fahrrädern abklappern kann.
Etwas außerhalb der Stadt liegt der Kek-Lok-Si Tempel, der zu den prächtigsten und größten Anlagen in Südostasien gehört und der noch ständig erweitert wird.

Mittlerweile sind wir wieder zurück auf der Barbaco , die glücklicherweise noch schwimmt, und bereiten so langsam den nächsten Törn vor. Die bei vielen Urlaubern beliebte Inselwelt Langkawis liegt vor dem Bug.

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