„Visa-run“ zum „Vegetarianfestival“ nach Thailand

Deutsche Staatsbürger dürfen in Malaysia ohne Visum einreisen und drei Monate bleiben. Danach müssen sie das Land verlassen und können nach ein paar Tagen wieder einreisen (=Visa-run). Da Klaus schon fast drei Monate im Land war, fuhren wir mit einer Schnellfähre von der Insel Langkawi in die thailändische Stadt Satun.
Bei der Ausreise informierte uns der Zollbeamte, dass man von Langkawi ausreisend erst nach 9! Tagen wieder einreisen dürfe. Eine unverständliche Sonderregelung! So lange wollten wir dann doch nicht bleiben. Zum Glück erfuhren wir von Stegnachbarn, dass und wie man diese Vorschrift umgehen kann.
Nach 4 Tagen in Satun fuhren wir im nahe gelegenen Nationalpark mit einem Kleinbus bei Wang Pra Chang über die Grenze nach Malaysia in die Küstenstadt Perlis und von dort mit einer Fähre zurück nach Langkawi. Die Fahrt hat inkl. Grenzkontrolle keine fünf Stunden gedauert. 🙂 🙂 und für unseren Ausreisestempel hat sich auf der Fähre niemand mehr interessiert, weil wir ja schon in Malaysia waren. Schön ausgetrickst!!

In Satun fand während unserer Anwesenheit das jährliche neuntägige Vegetarianfestival statt, an dem alle, auch die Zuschauer entlang der Straße, weiße Kleidung tragen. Begleitet wird die lange Prozession durch das Stadtzentrum von ohrenbetäubenden Trommelwirbeln und rauchenden, stinkenden Knallfröschen. Zuvor hatten sich einige tapfere Männer, die „Pferde der Götter“, durch Musik in Trance versetzen und ihre Wangen, teils auch Zungen mit Schwertern oder anderen scharfen Gegenständen durchbohren lassen. Damit werden sie zum Medium der Götter, reinigen sich selbst und nehmen die Sünden der Gemeinschaft an. Die ausgetrockneten Kehlen dieser Märtyrer wurden bei der großen Hitze ständig von Freunden oder Angehörigen mit Flüssigkeiten aus Teekännchen benetzt. Es sieht fast so aus, als ob diese Männer um die sperrigsten und seltsamsten Objekte konkurrieren. Später sollen die Narben sie vor Schaden schützen.
Am Straßenrand knien viele Gläubige nieder, werden mit roter Farbe angepinselt, bekommen heilige Armbändchen, heiliges Obst und werden gesegnet. Geldspenden sind natürlich auch gern gesehen.

Neben dem makabren Festival ist auch das Umland von Satun eine kurze Reise wert. Mit einem Scooter fuhren wir einmal zum Strand, am nächsten Tag an endlosen Kautschukplantagen und wie schon in Malaysia an den ungeliebten Palmen zur Palmölgewinnung vorbei, an weiten herrlich grünen Reisfeldern vor imposanter bergiger Regenwaldkulisse in den Nationalpark. Leider wurden wir bei einer kleinen Wanderung im Regen von Blutegeln „angegriffen“. Drei der hungrigen Tierchen haben Erika erwischt. Der letzte hat sich erst im Hotelzimmer aus ihrem Bauchnabel verabschiedet!

Mittlerweile sind wir zurück auf der Barbaco und werden ein paar Tage lang die wunderschöne grüne Insel von Ankerplatz zu Ankerplatz umrunden.

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