Auf geht’s mit dem Motorrad

Bevor wir unsere dritte Motorradtour starten konnten, musste ich erst noch meinen thailändischen Führerschein machen. Wie ich zufällig erfahren hatte, muss jeder, der länger in Thailand lebt, seinen internationalen Führerschein umschreiben lassen.

Kein Problem! Das hatten mir andere Langnasen erzählt: ein einfacher Reaktionstest, die drei Ampelfarben erkennen und die Sache ist erledigt. Was ich aber leider nicht wusste: 2019 wurden die Regeln erheblich verschärft!

Zu meiner Überraschung musste ich auch eine theoretische und praktische Prüfung ablegen.
Ohne gelernt zu haben bin ich natürlich beim ersten Computertest durchgefallen! Ich hatte einen Tag Zeit, die größten Wissenslücken grob zu füllen und hatte beim zweiten Versuch riesiges Glück – mehrere gelernte Fragen kamen tatsächlich dran und ich bestand mit der minimal möglichen Punktzahl den Test.
Kein bisschen zuviel gelernt!  😉  🙂

Bei der praktischen Prüfung muss man langsam – maximal 10 km/h – über einen 5 cm hohen, 30 cm breiten und 10 m langen gelben Betonsteg fahren. Das ist mit meinem schweren Motorrad schweirig – ich war leider zu schnell.
Mit Laddas kleinem Moped war es mir dann beim zweiten Versuch geglückt. 🙂

Mit dem frischen Führerschein ging es dann schon an nächsten Tag los in Richtung Norden.

Einen Stopp legten wir im Tsunamimuseum in Khao Lak ein. Im Dezember 2004 starben durch ein Seebeben im Indischen Ozean an den umliegenden Küsten 230.000 Menschen.
Dieses Polizeiboot ankerte damals vor der Küste und wurde durch die gewaltige Welle zwei km weit ins Landesinnere versetzt, wo es heute zum Museum gehört.

Drei Tage später übernachteten wir in Amphawa. Die Stadt ist durchzogen vom Mae Klong und seinen Seitenarmen. Die Häuser stehen auf Beton- oder Holzpfählen und das wichtigste Verkehrsmittel sind die Holzboote mit ihren offenen Motoren.
Der Ort hat sich auf Touristen eingestellt. Diese sind zur Zeit zwar eher selten, aber viele der ein bis zwei Meter langen Echsen sieht man überall. Die Warane lieben es, in der Sonne zu liegen und solange man ihnen nicht zu nahe kommt sind sie friedlich. Ihr Biss ist zwar giftig und schmerzhaft aber nicht tödlich.

Einen besonderen Markt gibt es im nahegelegenen Samut Songkhram.
Die Verkaufsstände reichen bis an die Eisenbahn, die mitten durch die Stadt führt. Die Kunden laufen über die Schienen und wenn ein Zug kommt werden die Auslagen von den Händlern kurzer Hand ein wenig zurück gezogen.

Nur eine Stunde entfernt, auf dem Weg in Richtung Hauptstadt, gibt es einen außergewöhnlichen Tempel:
das Wat Samphran.

Der buddhistische Tempel ist ein Turm, um den sich ein Drachen windet. Man kann innerhalb des Drachenkörpers nach oben auf die Dachterrasse gehen und die beeindruckende Skyline der Achtmillionenstadt Bangkok am Horizont betrachen.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung und einem Abstecher bei Laddas Verwandten sind wir mittlerweile in Ayutthaya angekommen.

Die Stadt ist die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Siam. 1767 wurde sie von den Burmesen erobert und zerstört.
Die Ruinen der Altstadt bilden heute den Geschichtspark, eine archäologische Stätte mit Palästen, buddhistischen Tempeln, Klöstern und Statuen.
Die Hauptstadt wurde damals, nach der schweren Niederlage, ans Meer verlegt und das heutige Bangkok entstand.

Morgen werden wir unsere Reise in Richtung Nordosten, in den abgelegenen Issan, fortsetzen und freuen uns auf das leckere Essen und die herzlichen Menschen in der bäuerlichen Gegend.

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